Freitag, 16. März 2018

Rezension: Julianna Grohe - Räuberherz

Quelle
 Titel: Räuberherz
 Autor: Julianna Grohe

 Verlag: Drachenmondverlag
 Preis: 14,99 €
 Erschienen am: 15.06.2017
Seiten: Taschenbuch, 378 Seiten



Klappentext:
Als wäre sie in eine schräge Version von "Die Schöne und das Biest" geraten, findet sich Ella in der Villa eines reichen Mannes wieder. Statt jedoch mit tollen Kleidern und Schmuck verwöhnt zu werden, soll sie die Hausarbeit erledigen, während ihr Entführer eine Traumfrau nach der anderen anschleppt. 
Welches Geheimnis verbirgt er? Weshalb hört Ella manchmal Stimmen im Haus, obwohl niemand in der Nähe ist?Und warum fühlt sie diese seltsamen elektrischen Schläge, wenn sie aus Versehen seine Haut berührt?
Ella ahnt bereits nach kurzer Zeit, dass seine Hartherzigkeit nichts als Fassade ist  ... doch was wird sie dahinter finden? Vielleicht etwas viel Gefährlicheres?
Verdammt! Kochen, putzen, waschen, bügeln - und das alles für diesen superarroganten Schönling? Ein Traum. Genau so habe ich mir den Rest meines Lebens vorgestellt ...

Erster Satz:
Das Mädchen, das er ausgewählt hatte, stapfte in der Dämmerung mit gesenktem Kopf die Straße entlang, die Kapuze der schwarzen Jacke tief ins Gesicht gezogen.

Covergestaltung:
Das von Blütenblättern umhüllte Mädchen entspricht den Beschreibungen der Protagonistin zum Ende des Buches. Die fallenden Blütenblätter greifen auch das schon im Klappentext erwähnte "Die Schöne und das Biest" -Thema wieder auf. Auf dem Cover befindet sich außerdem eine Frage an die Leser: Wie würdest du dich entscheiden? Lieben oder Leben? Damit wird schon auf die Zwickmühle angespielt, in die sich nicht nur Ella, sondern auch einige andere Damen im Verlauf der Handlung hineinmanövrieren. 
Ich bin ein großer Fan der Drachenmond- Cover und finde auch dieses sehr passend und gelungen.

Meine Meinung:
"Schöne und das Biest" für Menschen mit Sinn für Sarkasmus.

Ella hat nur noch ein Jahr Schule vor sich und gilt zu Beginn nicht gerade als die "Schöne". Dabei hat sie nicht nur mit den teenagertypischen Körper- und Selbstbewusstseinsproblemen zu kämpfen, sondern auch mit ihrer Wohnsituation. Nachdem ihre Großeltern verstorben waren, musste Ella wieder bei ihrem Vater einziehen, der, von seiner Spielsucht getrieben, mal eben ihre Ersparnisse auf den Kopf gehauen hatte. Kurzerhand beschließt das Mädchen im Gothic-Stil, mit kleinen Fettpolstern, unreiner Haut und einer großen Klappe, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und nimmt reiß aus. Damit macht sie sich zur idealen Zielscheiben für unser "Biest".

Crys ist ein äußerst attraktives "Biest" und weiß das auch. Sein Geheimnis erlaubt es ihm nicht, sich eine Haushälterin zu engagieren und so entführt er Ella. Er ist beruflich erfolgreich und lebt in der Villa seiner verstorbenen Eltern. Dabei leisten ihm nur ein alter Gärtner, ein Hund und ein Kater Gesellschaft. Ach ja, natürlich darf ich seine überaus attraktiven wechselnden Liebschaften nicht vergessen. Diese haben nur ihre Schönheit als Gemeinsamkeit und dass ihre mentale Gesundheit immer mehr abnimmt, je länger sie sich in der Villa aufhalten. Wenn Crys nicht auf der Arbeit ist, sich mit seiner aktuellen Freundin vergnügt oder sich mit Ella witzige Wortgefechte liefert, ist er in seinem geheimnisvollen Arbeitszimmer verschwunden.

Ich fand die Geschichte herrlich. Man hat Charaktere, die schlagfertig sind und mit so manchem Klischee spielen. 
Selbst wenn die Rahmenhandlung relativ absehbar ist, wird man doch das eine oder andere Mal überrascht. 
Im Verlauf der monatelangen Handlung kann man die Veränderung der Charaktere und der Beziehungen zwischen ihnen mitverfolgen.  
Oft habe ich mein pubertierendes Ich in Ellas frotzelnden Gedanken und Äußerungen wiedererkannt, sodass ich mich von Anfang an mit ihr verbunden gefühlt habe. Allerdings saß ich einige Male kopfschüttelnd da und nuschelte "Stockholm-Syndrom" vor mich hin. 
Crys ist zwar intelligent, äußerlich ein wahrer Traum von einem Mann und scheint auch das Herz am richtigen Fleck zu haben, aber er hat sich bei mir einfach mit seiner Oberflächlichkeit ins Aus geschossen. Ich mochte seinen Kater lieber. 

Zusammenfassend kann ich das Buch jedem empfehlen, der mal wieder Lust auf eine witzige, in sich abgeschlossene romantische Geschichte hat. 




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