Sonntag, 1. April 2018

Rezension: Diana Gabaldon - Feuer & Stein

Quelle
Titel: Feuer und Stein
Autor: Diana Gabaldon

Verlag: Blanvalet

Preis: 19,95€
Erschienen am: 01.05.1998
Seiten: Taschenbuch, 799 Seiten


Klappentext:

Man schreibt das Jahr 1946. Claire Beauchamp Randall, die während des Krieges als Krankenschwester an der Front gearbeitet hat, verbringt die zweiten Flitterwochen mit ihrem Mann Frank in Schottland. Schon bald zieht ein alter magischer Steinkreis in der Nähe ihrer Pension Claire in seinen Bann - eigentlich ganz untypisch für die patente und sehr rational eingestellte junge Frau. Als sie eines Tages nichtsahnend einen der Steine berührt, verliert sie das Bewusstsein - und erwacht mitten im Schlachtgetümmel schottischer Rebellen, im Jahr des Herrn 1743. Zu dieser Zeit ist das Leben in den Highlands geprägt von Rebellion und Verrat, von beginnender Aufklärung und finsterem Aberglauben. Und dank ihres seltsamen Auftretens sowie ihrer beeindruckenden Kenntnisse gerät die unfreiwillige Gesandte aus dem 20. Jahrhundert bald in den Ruf, eine leibhaftige Hexe zu sein. Glücklicherweise findet sich ein Beschützer für Claire: Jamie Fraser, der aufständische Clanführer, ein prächtiger Bursche mit breiten Schultern, feuerrotem Haar und einer Leidenschaft, vor der Claire nur zu gern kapituliert. Bis sie sich entscheiden muss - zwischen der Zukunft, in die sie gehört, und der Vergangenheit, in der sie lebt ...

Erster Satz:

Menschen verschwinden ständig.

Covergestaltung:

Ein typisches Highland- Cover mit schönen Details. Der Rabe symbolisiert den mythischen Aberglauben und begegnet einem in der Outlander- Saga öfter. Die Komposition wird durch den Fraser-Kilt noch zusätzlich abgerundet. 
Dazu möchte ich noch sagen, dass mittlerweile natürlich mehrere (acht, als ich das letzte Mal gezählt habe) Cover zu diesem Buch veröffentlicht wurden, die jedoch schlichter gestaltet wurden.

Meine Meinung:

Ein Buch bei dem ein Reread lohnt.

Claire ist eine vom Krieg gestählte Frau, die so schnell nichts überraschen kann. Selbstbewusst führt sie eine gleichberechtigte Ehe mit Frank Randall, der die erneuten Flitterwochen kurzerhand zur Ahnenforschung nutzt. So hat Claire viel freie Zeit, in der sie ihr Wissen über die Pflanzenwelt der schottischen Highlands erweitern kann. Dabei stößt sie auch auf den Craigh na Dun, der sie zweihundert Jahre in die Vergangenheit katapultiert. In eine Welt wo eine weise Frau Gefahr läuft als Hexe verbrannt zu werden und nur Männer über ihr Schicksal entscheiden dürfen. Gott sei Dank gibt es aber auch dort, oder besser dann, aufgeschlossene männliche Exemplare. Das zum anbeißen hinreißende Äußere ist ein weiterer Bonus, der die Wahl zwischen Zukunft und Vergangenheit nicht unbedingt leichter macht.


James "Jamie" Alexander Malcolm MacKenzie Fraser ist ebenso attraktiv wie kompetent. Den Altersunterschied zwischen ihm und Claire bemerkt man im Alltag kaum. Nur wenn es zu Beziehungsdingen kommt, bemerkt man seine Unerfahrenheit. Sein sturer Dickschädel sorgt des öfteren für Frust bei anderen und handelt ihm so machen hitzköpfigen Disput, vor allem mit dem sanfteren Geschlecht ein. So jung er auch sein mag, ist er in härtere Zeiten hineingeboren wurden und hat schon viel durchgemacht, dass ihn in der ein oder anderen Weise prägte. In Claire findet er eine Frau, die ihn nicht nur fasziniert, sondern auch die Kraft hat, ihm die Stirn zu bieten und sich seinen körperlichen wie auch seelischen Wunden anzunehmen. 


Ich habe dieses Buch schon einmal vor ca. zehn Jahren gelesen und beschlossen es im Zuge der neuen Serienstaffel noch einmal zu lesen. Erneut hat mich die Geschichte gefesselt und manche Dinge sieht man mit älteren Augen ja auch immer noch mal anders. Claire wird im Buch als besonders selbstständige starke Frau beschrieben, welche sie in ihrere Zeit wohl auch wäre, doch im vergangenen Schottland behält sie bei weitem seltener das Zepter in der Hand. Zu oft begibt sie sich, in meinen Augen, völlig leichtsinnig und naiv in Situationen, die nicht nur sie, sondern auch andere in Gefahr bringt. Jamie rettet sie dann zumeist aus diesen Klemmen und steht ihr ungemein viel zu, wenn man das Frauenbild der damaligen Zeit bedenkt. Die Beziehung der beiden finde ich unglaublich schön beschrieben, da sie nicht nur das typische Hoch und Tief durchläuft, sondern wirklich eine Entwicklung beschreibt. Von anfänglicher Sympathie, über Zuneigung, zu den ersten Schmetterlingen im Bauch, bis schließlich ein Gefühl entsteht, das Claires Liebe zu Frank auf eine harte Probe stellt und sie zu einer Entscheidung zwischen den beiden Männern zwingt. Schließlich muss auch sie Alles geben um Jamie bei sich behalten zu können.

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer grandiosen Reihe, die einen nicht nur durch die Geschichte Schottlands mitnimmt, sondern einem dabei auch noch das Auf und Ab des Lebens zeigt und einem Charaktere vorstellt, die realistisch unperfekt sind. 
Allen Fans der Outlander-Serie kann ich die Bücher nur wärmstens ans Herz legen!






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