Sonntag, 11. August 2019

Rezension: Laura Kneidl - Die Krone der Dunkelheit

Titel: Die Krone der Dunkelheit
Autor: Laura Kneidl
Verlag: PIPER
Erscheinungdatum: 02.10.2018
Seiten: 630 Seiten
Preis: 15€




Klappentext:
Tauche ein in eine faszinierende Welt, die in Dunkelheit zu versinken droht!

Magie ist in Thobria verboten - doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Vor Jahren wurde ihr Bruder entführt, seitdem versucht sie verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf die gefährliche Reise dorthin.

Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran, bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Nicht zuletzt, weil sie Rache nehmen möchte an jenen blutrünstigen Kreaturen von jenseits der Mauer, die einst ihr ganzes Dorf ausgelöscht haben. Doch ihr Ungehorsam bringt Ceylan immer wieder in Schwierigkeiten...

Cover:
Das Cover verspricht einen Wettlauf gegen die Zeit, in dem eine Regentschaft droht unterzugehen.

Erster Satz:
"Vor achtzehn Jahren
Die Luft in Daaria, der Heimatstadt der Seelie, schmeckt nach Asche, und der Wind trug den Geruch von Rauch mit sich."

Meine Meinung:
Eine Story, die beweist, das so manches Schicksal einfach unvermeidbar ist.

Freya Draedon ist wider Willen die Thronerbin von Thobria.
Dabei passt diese Stellung ihrer Meinung nach gar nicht zu ihr. Zum einen weil sie ständig gegen das Magieverbot verstößt, zum anderen, weil sie die gottähnliche Verehrung des Volkes für das Königshaus nicht nachvollziehen kann. Nicht zu vergessen, dass eigentlich ihr Bruder dazu erzogen wurde, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Seit Talon aber im Kindesalter von Fremden entführt wurde, halten sowohl das Volk, als auch der König und die Königin den Kronprinzen für Tod. Nur Freya Draedon glaubt nicht daran. Sie weiß, dass ihr geliebter Bruder noch leben muss. Als es endlich Hinweise zu seinem Aufenthaltsort gibt, begibt sie sich auf einen gefährlichen Pfad. Um ihre Erfolgschancen zu erhöhen befreit sie ihren ungewöhnlichen Weggefährten kurzerhand aus dem Gefängnis.

Larkin Welborn wollte sein ganzes Leben nur eins:
Seinem Land dienen. Als Field Marshal der Mauer gibt er lange sein Bestes, um seine Heimat Thobria vor den Schaden zu bewahren. Eines Tages wird ihm jedoch ein folgenschweres Ereignis zum Verhängnis und zur Strafe für sein vermeintliches Versagen wird er lebenslang inhaftiert. Seines nun nutzlosen Lebens überdrüssig, würde er nur zu gern beenden. Doch das ist als beinahe unsterblicher Wächter mit begrenzten Mitteln nahezu unmöglich. In den dunklen Tiefen des Gefängnisses hat er sich schon beinahe selber vergessen, als plötzlich ein Lichtstrahl sein tristes Dasein erhellt. Im Schutz der Prinzessin erkennt Larkin einen neuen Sinn seines Lebens. Gleichzeitig muss er sich immer wieder dazu ermahnen, seine eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. In Freya mehr zu sehen als seine göttliche Erlöserin, steht ihm nicht zu. Gefühle für sie zu entwickeln erst recht nicht.

Ceylan Alarion hat gar nichts für Seelie und Unseelie übrig.
Früh hat sie ihre gesamte Familie an die Elva verloren und sich seitdem geschworen, andere vor diesem Schicksal zu bewahren. Als Frau ist sie an der Mauer aber nicht unbedingt willkommen und wird unter den Wächtern zunächst nur als unnötige Ablenkung angesehen. Davon lässt sich die sture Frau aber nicht unterkriegen und setzt mehr als einmal alles auf eine Karte. Mit Erfolg. Zumindest bis sie erkennen muss, dass die von ihr so verhassten Fae eine essentielle Rolle im Schutz Thobrias durch die Wächter spielen. Als sie die Wächter zur Krönung des neuen Unseelie-Königs begleitet, muss sie sich entscheiden, ob sie weiter ihrem Hass, oder dem Pfad der Gerechtigkeit folgen möchte.

Kheeran, der  Kronprinz der Unseelie ist nicht gerade beliebt.
Der größte Teil seines Volkes möchte ihn nicht auf dem Thron seines vor kurzem verstorbenen Vaters sehen. Und auch er weiß nicht, ob er wirklich dorthin gehört. Viel zu sehr faszinieren ihn die Sitten  und Umstände der Sterblichen. Auch anderen scheint er ein Dorn im Auge zu sein, halten sie ihn doch für den Botschafter des Beginns des Untergangs der bekannten Welt. Als er seine Entscheidung bezüglich seiner Thronbesteigung endlich fällt, scheinen diese Leute Recht zu behalten, denn prompt versinkt die ganze Stadt im Chaos.

Ich könnte noch viele weitere Charaktere aus diesem Werk beschreiben und würde wahrscheinlich trotzdem nicht die ganze Tiefe deren Bedeutung erfassen können. Laura Kneidl schafft es jeden Charakter mit Stärken und Schwächen auszustatten, die sich stets die Waage halten. Gleichzeitig schafft sie es, mehrere Handlungsstränge so zu gestalten, dass man trotzdem noch den Überblick behalten kann. Schließlich verwebt sie sie so geschickt, dass es ganz natürlich und nicht gewollt wirkt. Die Geschichte jedes einzelnen Charakter ist dabei spannend, einzigartig und nur wenig vorhersehbar. Die Summe daraus ist einfach wunderbar zu lesen und eine Freude für jeden Fan des High-Fantasy. 

Eine fantasievolle Welt, gefüllt mit Höhen und Tiefen der Wirklichkeit! Ich bin schon gespannt auf Teil 2!



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