Sonntag, 6. Januar 2019

Rezension: Jasmin Arensmeier - Alles rund ums Bullet-Journal

Heute möchte ich euch an einem weiteren Hobby von mir teilhaben lassen, dem Bullet Journaling.
Letztes Jahr habe ich meinen eigenen Kalender mit dieser Methode gestaltet und habe für dieses Jahr die folgenden Rezensionsexemplare erhalten. 

Anfangen möchte ich gerne mit "Gestalte dein Journal mit der Bullet -Methode" von Jasmin Arensmeier. 
Ein Buch voller Inspirationen für dein eigenes 
Bullet-Journal.

Jasmin Arensmeier beginnt mit einer Einführung in die Welt des Journalings. Dabei geht sie sowohl auf die Bedeutung der Wegbegleiter, als auch auf notwendige Werkzeuge und die verschiedenen Stilrichtungen ein. 
Ich habe dabei erfahren, das ich selber eine Vertreterin des Kreativ-Journalings bin ;)
Anschließend geht die Autorin auf mögliche Inhalte eines Journals ein und betont dabei immer wieder, dass es ganz individuell gestaltet werden kann und soll. Das finde ich auch extrem wichtig. 
Trotzdem kann es nicht schaden, sich überall inspirieren zu lassen. Auch aus diesem Buch habe ich mir wieder viel abgeguckt. 
Für Einsteiger hat Jasmin Arensmeier ganz besondere Tipps zum Finden der eigenen Handschrift, zum Ausbessern von Fehlern und für ein paar DiY-Projekte, wie einen Stiftehalter. 

Mir hat das Buch einige neue Anreize für meine künftigen Journals gegeben. Deshalb und wegen der liebevollen und anschaulichen Gestaltung:



Ihr seit begeistert von der Idee und Gestaltung, zweifelt aber an eurer eigenen Kreativität? Oder aber ihr habt, wie ich dieses Jahr, nicht die Zeit ein Journal aufwendig zum Bullet-Planer umzugestalten?
Auch dafür hat Jasmin Arensmeier eine Lösung:
"Mein Bullet-Planer - für Ideen, Ziele und Träume".
Dieses Schmuckstück wird mich durch das Jahr 2019
begleiten.
 
Darin sind viele Ideen aus "Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode" bereits umgesetzt. Neben dem Kalender, mit genug Platz für Tracker, Notizen und anderem, bietet es auch kreative Seiten zum Sparen, Zielsetzen und zum Überblick-Behalten. 
Die Gestaltung ist wirklich schön, farbenfroh aber nicht zu überladen. 
Ich finde es außerdem äußerst praktisch, dass die Jahresübersicht und der Kalender so gestaltet sind, dass ich jedes Jahr und in jedem beliebigen Monat hätte starten können. So kann man sich wieder sein ganz individuelles Journal erstellen. 
Für jeden, der es noch individueller haben möchte, ist aber auch noch genug Platz zur Umsetzung eigener Ideen. 
Eine, eigentlich nur eine halbe, Katze muss ich abziehen. Aber mehr aus Prinzip, weil wohl nichts an ein komplett selbst gestaltetes Journal heranreicht. 
Man könnte es vielleicht als Selbstkritik dafür bezeichnen, dass ich dieses Jahr kein eigenes kreiere 


Freitag, 21. Dezember 2018

Rezension: Elena Morgan - Das wilde Herz des Meeres

Titel: Das wilde Herz 
              des Meeres
Autor: Elena Morgan
Verlag: Drachenmond
Erschienen am: 01.04.2017
Preis: 14,90€
Seiten: 345 Seiten

Klappentext:
Golf von Mexiko, 1717
William Hunter - Pirat, Frauenverführer und berüchtigter Kapitän der Scowerer - kennt weder Gnade noch Furcht. Ruhelos reist er über die Meere der Welt und macht reiche Beute, bis ihn ein schrecklicher Fluch das Leben kostet. Fortan ruhen Williams Knochen in einer Höhle, dazu verdammt, alle hundert Jahre in einer Vollmondnacht zu neuem Leben zu erwachen. So lange, bis eine Frau sein grausames Herz erweicht und ihn spüren lässt, was wahre Liebe bedeutet.

Fuerteventura, 2017
Hannah flieht nach dem Ende einer desaströsen Beziehung zu ihrer Schwester, um zu vergessen. An der wilden Atlantikküste macht sie einen seltsamen Fund: Uralte Knochen liegen neben Goldmünzen in einer vom Meer umspülten Höhle. Einhundert Jahre sind seit Williams letztem Erwachen vergangen... und die nächste Vollmondnacht steht unmittelbar bevor.

Cover:
Rau und ungeschliffen, so habe ich mir William vorgestellt und das Cover trug den Rest zu meinen Fantasien hinzu.

Erster Satz:
"War er der Richtige?"

Meine Meinung:
Eine romantische Lektüre für zwischendurch mit einem berührenden Ende.

Hannah ist eine selbstbewusste Frau, die sich eigentlich vorgenommen hat, genug von Männern zu haben. Deshalb auch die Flucht nach Fuerteventura. Nie im Leben hätte sie gedacht, dass ein ungehobelter Grobian ihre Meinung dazu ändern könnte. Erst recht nicht, dass es sich dabei um einen dreihundert Jahre alten Toten handelt. Und was genau ist überhaupt mit ihr los? Sie hört seltsame Stimmen und beherrscht scheinbar dunkle Künste. Hier geht eindeutig etwas nicht mit rechten Dingen zu.

William hat genug davon die Welt um sich herum wahrzunehmen, ohne wirklich am Leben zu sein. Ihm graut es davor erneut für nur begrenzte Zeit lebendig zu sein, ohne die Freiheit des Meeres genießen zu können. Das ist die wahre Hölle für den Vollblutpiraten. Es ist etwas daran, wenn die Leute sagen, nichts sei furchtbarer als die Rache einer verschmähten Frau. Es fällt ihm schwer sein Vertrauen in eine Vertreterin des rachtsüchtigen Geschlechts zu legen, doch was bleibt ihm schon anderes übrig. Schließlich hat er sich sein Unglück selber zuzuschreiben.

Mal wieder schafft es eine Protagonistin die Schwächen eines Mannes auszugleichen. Zunächst ist William wirklich alles andere als ein Gentleman. Das kann man ihm aber verzeihen, wenn man bedenkt, in welchem Jahr er geboren wurde. Dass er seine Vorurteile nicht ablegen kann, kann ich ihm schon wesentlich weniger verzeihen. Hannah tut wirklich viel für ihn und lässt sich schließlich sogar darauf ein, ihm dabei zu helfen den Fluch zu brechen, der auf William liegt. Egal welche Konsequenzen das für ihr eigenes Leben hat. 
Die ganze Handlung ist nicht nur ein Kampf gegen eine Hexe, sondern vor allem ein Kampf um Vertrauen.
So manches Opfer stimmte mich sehr traurig und rührte mich zu Tränen. Da kann man eine seichtere Thematik verkraften. 


Donnerstag, 13. Dezember 2018

Rezensionen: Kinderbücher von Audrey Harings

Schon vor einer ganzen Weile habe ich von der Autorin Audrey Harings drei Rezensionsexemplare zugesendet bekommen. 
Zur Abwechslung handelt es sich bei ihren Werken um Bücher für Kinder. 
Da es sich hierbei um eine Seltenheit auf unserem Blog handelt, habe ich ausnahmsweise alle drei Rezensionen zusammengefasst. 
Viel Spaß beim Stöbern!



Die Schlacht der Bücher:
Mitten in Berlin geschehen unheimliche Dinge. In Sandras Buchhandlung verschwinden plötzlich Geschichten aus den Kinderbüchern.
Ob Anna und Jakob etwas damit zu tun haben? Die beiden wurden nämlich ausgerechnet von einem Mathebuch ins "Nichts" gezogen. Dort sollen sie Geschichten erfinden und diese in eine geheime Bibliothek bringen, damit sie für alle Kinder der Welt zugänglich werden. Doch die beiden sind dort im "Nichts" nicht alleine. Sie ahnen nicht, dass sie einen bösen Gegenspieler haben.

Ich habe mir zuerst dieses Buch ausgesucht, da mich der Titel besonders ansprach. 
Es entführt uns in das Nichts, ein Paralleluniversum, in das Anna und Jakob, mittels eines Buches, hineingezogen werden. Dort haben sie die Aufgabe, eine geheime Bibliothek mit Geschichten zu füllen, was auch Auswirkungen auf ihr Universum hat. Doch sie sind nicht allein im Nichts und haben einen Konkurrenten, der der Meinung ist, dass solche fantastischen Kindergeschichten nur Müll seien. Deshalb zerreißt er die Werke der beiden jungen Autoren einfach. Aus den zerstörten Büchern, steigen die erschaffenen Figuren hervor und finden sich bald in einer erbitterten Schlacht gegen die Figuren des Bösewichts wieder. 
Eine schöne Geschichte darüber, dass wir viele Konflikte mit einem Gespräch klären können und nicht gegeneinander kämpfen müssen. 
Es zeigt uns, dass es für jedes Buch einen Platz gibt, weil einfach jeder eine andere Vorliebe hat. Und das ist gut so.
Auch wenn man von Kindern ja viel Fantasie erwarten kann, passen das Ausmaß dessen in diesem Buch, nicht so ganz mit der Story zusammen. Während die Begebenheiten im Nichts durchaus für Kinder im Alter von ca. 9 Jahren geeignet sind, werden im realen Universum Themen angesprochen, die Kinder wohl frühstens mit 13 Jahren verstehen können. Jedes Elternteil sollte sich deshalb zuerst darüber Gedanken machen, ob die Geschichte, für das eigene Kind geeignet ist. 
Ich muss aber noch ein großes Kompliment aussprechen: die Gestaltung des Buches ist wirklich gut gelungen!
Die Schrift ist ausreichend groß, was das Lesen erleichtert, und wird immer wieder von  Illustrationen unterbrochen, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind. 




Knax der Katastrophenvogel
Wie jedes Kind weiß, können alle Vögel fliegen und fressen bevorzugt Würmer. Wirklich alle? Nein - es gibt eine Ausnahme und die hat einen Namen: Knax. Er kann weder richtig fliegen noch mag er Würmer verspeisen. So stürzt er von einer Katastrophe in die nächste. Ausgerechnet jetzt, da die diesjährigen Formationswettbewerbe anstehen, wird er disqualifiziert. Doch dann findet er eines Tages einen besten Freund, nämlich Gisbert.
Allerdings ist Gisbert ist nicht irgendein Vogel, strenggenommen ist er gar kein Vogel, sondern ein Wurm. Gemeinsam mit Gisbert lernt Knax neue Dinge kennen und kommt dem Geheimnis auf die Spur, warum er nicht gut fliegen kann. Dahinter verbirgt sich ein böses Komplott, geschmiedet von niemand Geringerem als dem einäugigen Falken Mallas. Sein Plan scheint aufzugehen, die Vögel vertrauen ihm blind und merken nicht, dass er sie in eine Falle lockt.

Meine zweite Wahl entpuppte sich dann als eine deutliche Steigerung. Mit der Geschichte um Knax und seinem ungewöhnlichen Freund Gisbert, erzählt Audrey Harings eine schöne Geschichte, die mit passenden, detailreichen Illustrationen begleitet wird. 
Der kleine Knax ist unter den anderen Drosseln als Tollpatsch verschrien. Dass er dazu auch noch nicht anständig fliegen kann, entmutigt den sonst cleveren Kerl. 
Als er aber eine unerwartete Freundschaft mit dem Wurm Gisbert knüpft, entdeckt er die Ursache seiner kläglichen Flugfähigkeiten und schafft es sogar die gesamte Vogelschar vor einem großen Unheil zu bewahren. 
Hier würde ich durchaus sagen, dass das Buch auch schon etwas für jüngere Leser ist. Der einzige dunklere Abschnitt wird harmonisch aufgeklärt und die Dialoge sind einfach und verständlich gehalten. Ich würde dieses Buch auch schon Grundschülern empfehlen, die in der Lage sind, längere Sätze zu erfassen. 
Ältere Kinder könnten schon Themen wie Vegetarismus, Behinderung und Mobbing wiederfinden. Aber wohl für jeden steht die über Grenzen reichende Freundschaft und Loyalität im Vordergrund. 




Das wundersame Fräulein Gelblich
Fantastische und geheime Welten sind Alltag für Greta Gelblich. Um dahin zu gelangen, muss sie einfach nur ihre Kellertür öffnen! Allerdings ist sie dort nicht alleine: mit ihrem fischigen Freund Pupsi lässt sie sich auf ein gefährliches Abenteuer ein, in welchem böse Gegner und Gefahren schon auf die beiden lauern...
Greta muss jedoch nicht nur hier auf der Hut sein. Ausgerechnet sie, als Analphabetin, hat die Stelle an einer Schule bekommen und ihr erster Arbeitstag endet in einer Katastrophe. Ob das gut geht? Kann Pupsi ihr dabei helfen? Und was spielen die Waisen Lena und Lisa für eine Rolle, wenn es für Greta darum geht, zwischen Fantasie und Realität ihren Weg zum Glück zu finden? Eine wundersame und aufregende Geschichte über Toleranz, Freundschaft und Familie.

Vom dritten Buch, war ich wirklich ziemlich irritiert.  
Der Leser wird hier sowohl in das reale, als auch das fantasierte Leben einer Frau Mitte 30 gezogen. In ihren Fantasien verarbeitet Greta sowohl die schönen, als auch die deprimierenden Vorkommnisse ihres Alltages. Gleichzeitig wird von Lena und Lisa erzählt, sowie von Konrad, der auf der Suche nach Greta ist. Ich finde es schwierig für Kinder, so viele Handlungsstränge miteinander zu verbinden. Zwar führen sie letzten Endes wirklich alle zusammen, doch wäre die Geschichte in meinen Augen wesentlich sinniger, wenn man die Fantasiewelt von Greta gänzlich herauslassen würde. Trotz allem könnten Kinder dann etwas darüber Lernen, dass das Äußere nicht alles ist, wie schlimm Mobbing ist und dass eine Familie nicht immer gleich strukturiert sein muss. Die Widerspiegelung von Gretas Erlebnissen in ihrer Fantasie können wohl die meisten Kinder sowieso nicht entschlüsseln. 
Generell ist der Erzählstil sehr widersprüchlich. Zum einen ist er realistisch gehalten, führt die Kinder an Themen wie Adoption, Mobbing und Analphabetismus, andererseits werden die Kinder vom Storch gebracht und Greta hat eine Tür zu einer geheimen Welt im Keller. 
Für mich war "Das wundersame Fräulein Gelblich" das schwächste der drei Bücher. 

Donnerstag, 29. November 2018

Das Ergebnis ist da!


 Endlich ist es soweit!


Wir alle konnten bei Lovelybooks über unsere Lieblingsbücher aus dem Jahr 2018 abstimmen und nun stehen die Gewinner fest:

https://www.lovelybooks.de/leserpreis/

Sind eure Lieblinge dabei?
Für wen habt ihr abgestimmt?

Tatsächlich sind viele meine Favoriten dabei, aber auch einige, die ich noch nicht gelesen habe. 

Und noch etwas: Schaut doch mal auf unserer Instagram Page vorbei, wir verlosen zum Nikolaus das Manuskript von Kerrigan Byrnes 
"Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten".

Dienstag, 27. November 2018

Rezension: Nica Stevens - Verbundene Seelen

Titel: Verbundene Seelen - Jenna & Drystan
Autor: Nica Stevens
Verlag: Drachenmond 
               Verlag
Erschienen am: 01.10.2017
Preis: 14,90€
Seiten: 333 Seiten

Klappentext:
Endlich! Das Buch, auf das die Fans sehnsüchtig gewartet haben.

Die siebzehnjährige Jenna ist die Tochter eines angesehenen Clanführers und ihr Zuhause ist der Ewige Wald. Als ihr Vater von einer Reise nicht zurückkehrt und ihr Zwillingsbruder Jared sich auf die Suche nach ihm begibt, zerbricht ihre heile Welt. Sie folgt ihm nach Darkona, wo das Volk unter dem Regime eines grausamen Clanführers leidet. Lediglich eine Gruppe geflohener Straftäter leistet Widerstand. Ihr junger Anführer Drystan ist furchtlos und gefährlich, zieht Jenna jedoch auf eine faszinierende Weise in seinen Bann. Um in der Fremde bestehen zu können, schließt sie sich ihm und seinen Gefährten an. Aber kann sie Drystan wirklich vertrauen? Ihn umgibt ein dunkles Geheimnis, das ihr zum Verhängnis werden kann. Und sie ahnt nicht, wie tief sie schon längst mit seinem Schicksal verwoben ist.

Cover:
Auf dem in Blautönen gehaltenen Cover steht ein großer Baum im Mittelpunkt, unter dessen Ästen sowohl ein Wolf, als auch ein Mann stehen. Der Mann trägt eine Frau mit langen Haaren in seinen Armen. Diese Konstellation erinnert mich an eine Szene aus dem Buch und passt vom Design her gut zu der vorangegangenen Trilogie.

Erster Satz:
"Es regnete in Strömen."

Meine Meinung:
Die Fortsetzung einer Trilogie, die einen neuen Start verspricht.

Jenna macht sich unglaubliche Sorgen, als ihr Vater nichts mehr von sich hören lässt, aber mit dem eigensinnigen Aufbruch ihres Bruders ist sie alles andere als einverstanden. Der Versuch ihn aufzuhalten scheitert und endet damit, dass sich Jenna selber mit zwei Freunden in Darkona wiederfindet. 
Dort trifft sie auf Drystan, der eine Gruppe von Gefangenen in die Freiheit und in den Kampf gegen den Clanführer führt, der dafür verantwortlich ist, dass Drystan sein ganzes Leben im Gefängnis verbracht hat.

Drystan sinnt eigentlich nur auf eines: Rache. Für sein Leben im Gefängnis und für seinen Bruder. Da passt es ihm gar nicht, dass er nun drei Fremde an der Backe hat, die sein Tempo drosseln. Vor allem weil die schöne Jenna ihn tief in seinem Inneren auf einem ihm unbekannte Weise berührt.  
Er fühlt sich wahrlich mit ihr verbunden. 
Also beschließt er, seinen Gefühlen auf den Grund zu gehen und ihr bei der Suche nach ihren Vater zu helfen. 
Mit ihm verschafft er sich auch Unterstützung für seinen eigenen Kampf. 
Aber wird er diesen gewinnen?
Und was steckt hinter diesem Glanz in Jennas Augen? 

Mit Drystan und Jenna wird die Geschichte von Jennas Eltern wieder aufgegriffen. Und auch wenn ich deren Geschichte nicht gelesen habe, hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Ein Folgeband, den man auch locker solo lesen kann und sein Cliffhanger lässt mich gespannt auf den nächsten Teil warten. 



Mittwoch, 21. November 2018

Rezension: J.D. Robb - Mörderstunde - Drei Fälle für Eve Dallas

Titel: Mörderstunde
Autor: Nora Roberts alias 
               J. D. Robb
Verlag: blanvalet
Erschienen am: 20.08.2018
Preis: Rezensionsexemplar
             (9.99€)
Seiten: 413 Seiten

Klappentext:
Die Tote im Mondschein
Als das berühmt-berüchtigte It-Girl Tiara Kent tot in ihrem schicken Apartment in Manhatten aufgefunden wird, sieht alles nach einem Vampirangriff aus. Nur Eve Dallas glaubt nicht an solche Märchen. Als ihre Kollegen sich mit Knoblauch ausstatten und immer hserischer werden, weiß sie: Schnelles Handeln ist angesagt.

Nasses Grab
Eve Dallas ermittelt im Fall einer verschwundenen Frau, die zuletzt auf einer Fähre gesehen wurde. Und schon bald stellt sich die Frage: Wenn sie nicht selbst gesprungen ist - aber auch nicht mehr an Bord, wo in aller Welt könnte sie dann sein?

Mörderstunde
Als ein nackter Mann blutüberströmt mit einem Messer in der Hand in eine High-Society-Party platzt und mutmaßt, dass er einen Mord begangen haben könnte, übernimmt Eve Dallas den Fall. Alles sieht nach einem satanistischen Ritual aus, doch Eve glaubt nicht an den Teufel ...

Cover:
Das dunkle Design mit dem roten Farbtupfer der Tulpen, fügt sich wieder perfekt in die Reihe um Eve Dallas ein. Zusammen ergeben die Bände einen echten Hingucker im Regal.

Erster Satz:
"Der Tod beendete die Party ein für alle Mal."

Meine Meinung:
Spannend wie immer, mitreißend romantisch, um es auf den Punkt zu bringen: zu kurz!

Eve Dallas steht seit mittlerweile 12 Jahren als Lieutenant der New Yorker Polizei für Mordopfer ein, sei ihre Herkunft auch noch so umstritten. Zur Lösung der Kriminalfälle kann sie sich auch dieses Mal nicht nur auf ihren Instinkt, sondern auch auf ihren Ehemann Roarke verlassen. Zielstrebig, intuitiv, mit einem herrlich trockenem Humor und mit ganzem Herzblut hat sich die junge Beamtin der Gerechtigkeit verschrieben. 

Wie schon einmal verkürzt uns Nora Roberts die Wartezeit bis zum folgenden Band "Aus süßer Berechung" mit einer Zusammenstellung mehrerer kurzer Fälle. Dieses Mal plagt sich Eve aber nicht nur mit mysteriösen Mordfällen, sondern auch mit abergläubischen Kollegen herum. 
Wer schon einmal ein Buch von Nora Roberts, alias J. D. Robb gelesen hat, weiß ihren Schreibstil zu schätzen und ist sich über die Wandelbarkeit ihrer Erzählweise im Klaren. Nachdem sie uns bereits in ihre erschaffene Zukunftsversion eingeführt hat, weiß sie uns mit immer neuen Fällen bei Laune zu halten. Eves trockener Humor, ihre Liebe zu ihrem Mann und ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf lassen sie einem ans Herz wachsen. 
Leider sind ihre Bücher aber auch eines: einfach zu kurz.


Freitag, 26. Oktober 2018

Rezension: Christine Feehan - Entfesselte Göttin

Titel: Entfesselte Göttin
Autor: Christine Feehan
Verlag: Heyne
Erschienen am: 11.06.2018
Preis: Rezensiomsexemplar 
Seiten: 503 Seiten



Klappentext:
Leidenschaftlich, wild, geheimnisvoll
Als die schüchterne Siena Arnotto dem Gestaltwandler Elijah Lospostos begegnet, veränder sich ihr Leben von einem Moment auf den anderen. Ein Blick auf den verboten gut aussehenden Elijah und Siena ist klar, dass der Mann ihrer Träume vor ihr steht. Und dass auch sie das magische Erbe der Leopardenmenschen in sich trägt. Doch dann entdeckt Siena ein dunkles Geheimnis in ihrer Familiengeschichte. Ein Geheimnis, das ihre Liebe zu Elijah für immer zerstören könnte....

Cover:
Das Cover passt vielleicht gut zu seinen Vorgängern, aber leider nicht wirklich zur Geschichte. Das abgebildete Paar entspricht so gar nicht meinen Vorstellungen von Elijah und Siena. Dafür vermisse ich zu sehr seine Locken und ihre langen Haare. Ich bete für ein zum Inhalt passendes Cover beim nächsten Band.

Erster Satz:
"»Siena, bella, komm einmal kurz zu deinem alten nonno.«"

Meine Meinung:
Eine deutliche Steigerung zum Vorgänger und doch was ganz anderes, als ich erwartet hätte.

Siena ist eigentlich eine ganz normale Studentin, wäre sie nicht die Enkeltochter eines erfolgreichen Winzers, dem man nachsagt, in dunkle Geschäfte verwickelt zu sein. Dass ihr liebenswerter alter Großvater Verbindungen zur Mafia haben soll, kann sich Siena aber nicht vorstellen. 
Sie muss aber zugeben, dass er und seine Angestellten sich in letzter Zeit etwas seltsam benehmen. Trotzdem beschließt sie, der Bitte ihres Großvaters nachzukommen und ein verspätetes Geburtstagsgeschenk an den reichen, gut aussehenden Elijah Lospostos zu überbringen.
Schon seit sie ein Mädchen war, schwärmt sie für diesen Mann, sodass ihr auf dem Weg zu ihm das Herz bis zum Hals schlägt. Dort angekommen, wird sie scheinbar schon erwartet. Gefangen in einem Sturm aus Leidenschaft, können die beiden nicht länger die Finger von einander lassen. Auch wenn Siena sich ihr erstes Mal zärtlicher und romantischer vorgestellt hat, genießt sie jede Berührung. Zumindest bis er im nächsten Moment einen Angestellten ihres Großvaters erschießt und sie mit wüsten Bemerkungen aus seinem Haus wirft. Zu Hause fallen die Folgen, ihres kurzen Intermezzos noch schlimmer aus und endet in dem Tod ihres Großvaters. Völlig verstört sucht sie Hilfe und läuft dabei ausgerechnet dem Mann in die Arme, den sie eigentlich nie wieder sehen wollte.

Elijah könnte sich selber dafür treten, dass er Siena vorschnell verurteilt hat. Doch ist ihm das Schicksal hold und lässt sie wieder in seiner Reichweite auftauchen. Nur um ihm dann gleich weider zu enttäuschen und sie ihm beinahe wieder brutal zu entreißen. So beginnt der Kampf um Sienas Leben und ihr Herz. Mit seiner dunklen Seite hat sie ja bereits Bekanntschaft gemacht, nun ist es an ihm, sie von seiner fürsorglichen und loyalen Seite zu überzeugen. Außerdem wäre da noch die Sache mit ihrer Leopardin, die sich Stück für Stück mehr in den Vordergrund drängt. 

Mit dieser Geschichte hat Christine Feehan für mich die Enttäuschung vom letzten Band wieder wett gemacht. Schon der Einstieg war spannend und so ging es auch während der gesamten Story weiter. Es gab Hochs und Tiefs, Fort- und Rückschritte, aber vor allem gab es eine in sich geschlossene, spannende Romanze. Immer wieder finde ich das Wiedersehen mit alten Bekannten  besonders schön. Ich kann nie genug über Charaktere erfahren, die mich mit ihrer eigenen Geschichte in ihren Bann gezogen haben. 
Nur der Klappentext passt für mich nicht so wirklich zur Story. Er zeigt nicht einmal die Spitze des Eisberges dieses Buches. Bei dieser Zusammenfassung hätte ich nicht mit einer Geschichte mit so viel Tiefgang gerechnet. Er klingt für mich nach der typischen Geschichte: Ein Paar kämpft gemeinsam gegen die Feinde, die ihre Beziehung gefährden.
Aber die größten Schwierigkeiten haben Siena und Elijah wohl durch ihre eigenen vorangegangenen Entscheidungen. Die Umstände verkomplizieren das Ganze nur zusätzlich und sorgen für die nötige Prise Drama und Action. 
Hoffentlich hält die Reihe künftig dieses hohe Niveau!

Letztlich eine gelungen Wiedergutmachung an Alle, die vom letzten Band enttäuscht waren. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nicht übertrieben kitschig ist und vor Spannung nur so strotzt.




Mittwoch, 17. Oktober 2018

Rezension: Katharina v. Haderer - Green Scales - Die Drachen von Talanis

Titel: Green Scales 
           - Die Drachen von
                  Talanis
Autor: Katharina von Haderer
Verlag: Drachenmond Verlag
Erschienen am: 18.09.2017
Preis: 12,90€
Seiten: 324 Seiten


Klappentext:
"Ein Jahr. Zwei Arenen. Von einem Duell zur nächsten Schlacht."

Die Suche nach ihrem leiblichen Vater führt Christie in die zwielichtigsten Viertel von Shousa, der Stadt der Drachen-Triade. Ausgerechnet ihre verhassten Drachenschuppen erwecken die Aufmerksamkeit zweier niederträchtiger Jäger, die Drachenwandler wie Ware verkaufen und Christie auf offener Straße entführen.
In Gefangenschaft wird Christie vor eine schwere Entscheidung gestellt. Soll sie da Risiko eingehen, ihre geheime Identität zu verraten, in der Hoffnung dadurch Hilfe zu erlangen? Die Uhr tickt - denn wer nicht verkauft werden kann, dem droht ein weitaus schlimmeres Schicksal...

Cover:
Ich hoffe inständig, das wir von dem Charakter, der dieses Cover ziert, im nächsten Band noch bei Weitem mehr lesen werden. Bei Instagram haben die Autorin und ich schon bemerkt, dass es witzig ist, dass der grüne Nachfolger mehr Blau enthält als der, dem Namen nach blaue Vorgänger.

Erster Satz:

"Wer hätte gedacht, dass so viele Speichellecker für einen einzigen freien Platz im Stadtrat kandidieren würden?"

Meine Meinung:
Genau so überzeugend wie der erste Band!

Christie stolpert mal wieder kopfüber ins Chaos. Von der Identität ihres Erzeugers und ihren Aufgaben für die Hexade überfordert, verliert sie den Sinn für die Gefahr. So fällt sie in die Hände von Drachenfängern, die mit unheimlichen Kräften aufwarten. Auf ihrem Weg in die Freiheit muss sie sich mit dem ihr unbekannten Teil ihrer Herkunft auseinandersetzen, indem Sklavenarbeit zur Normalität gehören zu scheint. Besonders das Schicksal des grünen Drachens Jason berührt sie tief. Während sie versucht moralisch korrekt zu handeln, gerät sie zwischen die Fronten zwischen ihrem Erzeuger und den Mann, den sie ein Leben lang Vater genannt hat. Bei den Gedanken an einen Kampf zwischen den beiden, zerspringt ihr beinahe das Herz und ihre Welt droht Kopf zu stehen. 
Kaum aus der einen Krise heraus, stürzt sie erneut durch ihr Unwissen über die Welt der Drachenwandler in eine Bredouille, aus der sie sich nun winden muss. 

Wie man merkt, kann ich auch dieses Mal nicht viel über die Protagonistin verraten, denn jedes weitere Wort würde wohl zu viel verraten. Zwar strotzt dieses Buch wieder vor Spannung, doch möchte ich keinem Leser auch nur einen Hauch davon vorenthalten. Weiterhin bin ich von der unperfekten Charaktergestaltung begeistert und kann den nächsten Band gar nicht mehr abwarten. Vor allem weil Katharina V. Haderer mal wieder ihr grausames Spielchen mit mir treibt und mich mit einem Cliffhanger quält.
"Green Scales" knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an und lässt mich auf etwas mehr Romantik im nächsten Band hoffen.



Montag, 8. Oktober 2018

Rezension: Kerrigan Byrne - Victorian Rebels - Ein Herz voll dunkler Schatten

Titel: Vitorian Rebels
              - Ein Herz voll               dunkler Schatten
Autor: Kerrigan Byrne
Verlag: LYX
Erschienen am: 28.09.18
Preis: Leserunde
               (12,90€)
                                                                                 Seiten: 478 Seiten


Klappentext:
Ein Licht in seiner Dunkelheit

Christopher Argent ist ein Auftragskiller, geboren und aufgewachsen im berüchtigten Newgate Prison in London. Seit er als Junge mit ansehen musste, wie seine Mutter ermordet wurde, sind ihm menschliche Empfindungen fremd. Seine Aufträge erfüllt er unbeirrt und mit kalter Präzision. Doch dann soll er die Schauspielerin Millie LeCour eliminieren. Zum ersten Mal kann er einen Auftrag nicht vollenden - denn Millie erweckt Gefühle in ihm, die ihn in tiefste Verwirrung stürzen. Er, der ihr Mörder sein sollte, wird zu ihrem Beschützer. Doch kann die Leidenschaft, die zwischen ihnen brennt, die Finsternis seiner Seele wirklich vertreiben?

Cover:
Das geschwungene "R" ziert das Cover dieses Mal in Rosé und Rot. Aber auch diese Farbkombination wirkt wieder, wie aus einer anderen Zeit. Das Buch macht sich gut neben seinem Vorgänger.

Erster Satz:
"Es war eine einzige Folter."

Meine Meinung:
Hier haben wir den Beweis, dass ein Buch seinen Vorgänger übertrumpfen kann. 

Christopher Argent wurde hinter den düsteren Mauern eines Gefängnisses geboren. Das Einzige, das ihm Wärme spendete, war sein Mutter, die ihn mit sanfter Stimme in den Schlaf zu singen pflegte. Dabei war das Leben hinter Gittern für sie alles andere als leicht, eingesperrt in einer kleinen Zelle und der Willkür abscheulicher Männer ausgeliefert. Bei einem besonders brutalen Übergriff, verliert sie schließlich ihr Leben vor den Augen ihres Sohnes. Getauft im Blut der einzigen Person, die er jemals liebte, vergräbt Christopher all seine Gefühl in einer scheinbar unendlichen Tiefe. Da er der Gewalt nicht entkommen kann, nutzt er seine Lehren, die er aus dem Leben im Gefängnis ziehen konnte, für seine berufliche Laufbahn. Als bester Auftragsmörder Englands, ist er berühmt und zugleich berüchtigt, denn nie hat eine Person überlebt, die er ins Visier genommen hat. Bis er den Auftrag erhält eine ganz bestimmte Schauspielerin zu töten.

Millie LeCour, die gebürtige Polin, strahlender Stern der englischen Bühnen, musste einen steinigen Pfad bewältigen, um es so weit zu bringen. Mit einer unangefochtener Attraktivität und ihrem unverwechselbaren Charme hat sie sich schnell in die Herzen der Londoner Theatergänger gespielt. Je mehr sie aber in das Licht der Öffentlichkeit gerückt wird, desto größer wird die Gefahr, dass ihr wohl gehütetes Geheimnis entdeckt wird. Nichts ist ihr wichtiger, als ihren Sohn Jakub in Sicherheit zu wissen, auch wenn sie dafür ein Schauspiel vor der ganzen Welt aufführen muss.
Jede ihrer Darbietungen ist einzigartig, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Spiel der Konversation mit den Reichen und Noblen während den zahlreichen prunkvollen Zusammenkünften. Auf einer von diesen begegnet sie schließlich Christopher Argent und ist von dem rothaarigen Mann, der sie mit Augen in der Farbe der arktischen See und seiner stattlichen Figur beeindruckt, sofort völlig gebannt. 
Schnell verfällt sie seinem ganzen Sein, ohne zu wissen, wen sie eigentlich vor sich hat und in welcher Gefahr sie sich befindet. 

In einer schwer vorhersehbaren Story entwickelt sich die einstige Opfer-Mörder-Beziehung zwischen Millie und Christopher schnell zu mehr. Dabei legen aber weniger die vergeblichen Tötungsversuche ihnen Steine in den Weg, sonder eher ihrer beider Vergangenheit. Christopher erlitt durch den Tod seiner Mutter ein solches Trauma, dass er sich nicht mal annähernd vorstellen kann, dass eine Frau wie Millie ihn tatsächlich begehren könnte. Allgemein stellt er sich im Umgang mit Frauen sehr unbeholfen an. 
Millie hat im laufe ihres Lebens schon viele Geheimnisse angehäuft, die ihr das Leben und Überleben nun erschweren. 
Der düstere Auftragskiller scheint ihr die einzige Chance zu bieten, an die Person zu gelangen, die sich so sehnlich ihren Tod wünscht. 
Grundsätzlich fand ich Teil 2 der Victorian Rebells Serie besser, als Teil 1. Von Kapitel zu Kapitel, steigerte sich in meinen Augen die Qualität der Geschichte, ohne dass sie absehbar wurde. Am Anfang hatte ich noch so meine Probleme mit Millies scheinbar naiven und schwachen Auftreten, während mir Christophers Denk- und Handlungsweisen ein wirkliches Rätsel waren. Ihre erste gemeinsame Nacht ist nicht gerade einen liebevolle Zusammenkunft, aus der Christopher ohne viele Bedenken und Millie mit der Einstellung " Es hätte auch schlimmer sein können" hervorgehen. Dagegen reagiert sie schließlich völlig verstört auf eine zärtliche Begegnung und Christopher ist geradezu entsetzt über sein Verhalten. Nicht, weil er sich solche Handlungen nicht zugetraut hätte, sondern weil er nun davon ausgeht, Millie sexuelle Gewalt angetan zu haben. Ein Kopfschütteln drückt nicht ansatzweise mein Unverständnis zu dem Beginn ihrer intimen Beziehung aus. 
Schließlich schafft Kerrigan Byrne es aber, daraus ein logischen Konstrukt entstehen zu lassen. Die Belohnung ist eine Story voller Liebe, Wendepunkten, Charakterentwicklung, Tod, Spannung und Loyalität.
Meine persönlichen Highlights dieses Buches waren zum einem der Prolog, der unglaublich berührend von Christophers Zeit im Gefängnis berichtet, und Jakub. Ich habe den Jungen sofort ins Herz geschlossen und auch er legt eine Entwicklung hin, die realistisch und schön zu beobachten ist. Dabei schafft er mit seinen kindlichen Ansichten Auflockerungen in der düsteren Stimmung der Geschichte und sorgte bei mir für den ein oder anderen Schmunzler, indem er einfach nur ehrlich ausspricht, was er denkt. 
Ich danke der Autorin, aber auch für das gewählte Ende, denn sie hätte sich auch problemlos für ein weitaus tränenreicheres entscheiden können.

Abschließend kann ich das Buch nur als Steigerung zum Vorgänger und ein schönes Stück für alle Fans von historischen Liebesromanen, mit einen kleinen Hang zum Düsteren, empfehlen!



Sonntag, 30. September 2018

Rezension: L. R. Laurel - Seelenspiegelgewölbe

Quelle
Titel: Seelenspiegelgewölbe
Autor: L. R. Laurel
Verlag: Feelings
Erschienen am: 19.10.2016
Preis: 14,99€
Seiten: 488 Seiten




Klappentext:
"Die eigenbrötlerische Studentin Angelica studiert hingebungsvoll Ägyptologie in Leipzig und interessiert sich weder für Männer noch für Freundschaften. Bis sie den sexy Kadarin trifft. Der finstere Bad Boy zieht Angelica magisch an und sie kann sich seinem düsteren Charme nicht verwehren. Seine Geheimnisse hütet Kadarin ebenso gut wie seine Gefühle. Obwohl er an Angelica offensichtlich nur oberflächlich interessiert ist, gibt sie sich ihm hin. Doch er scheint nicht nur ihre Welt und ihr Leben zerstören zu können, sondern auch Angelicas Seele nimmt Gefahr für immer im Höllenfeuer zu schmoren."

Cover:
Schlicht und düster ist das Cover von Seelenspiegelgewölbe. Zu sehen ist eine Frau mit roten Lippen und einem blutverschmierten Hals. Ein blauer Lichtschimmer bedeckt ihr linkes Auge. 

Erster Satz:
"Moin! Oder vielmehr: Liebe Eltern. ^^ Ich weiß, es würde euch schon zufriedenstellen, mich in regelmäßigen Abständen telefonisch zu melden, aber ich fand, es sei einmal etwas anderes, eine von diesen Leipziger XXL-MultiviewFalt / Klapp-Ansichtskarten (oder wie man die eben nennt) zu verschicken!"

Meine Meinung:
Eine düstere aber unterhaltsame Geschichte, mit Erotik, Mystik und lustigen Wortwechseln.

Angelica kommt vom Land und träumt schon als kleines Mädchen davon Ägyptologin zu werden. Sie studiert in Leipzig ihren Traum, wohnt allein mit Imhotep, ihrem Kater in einer 1 1/2-Zimmer-Altbauwohnung in der Innenstadt. Natürlich hat der Kater das Sagen im Haus, wie Katzen nun einmal sind.  Angelica ist auch nicht das Modepüppchen, wie so üblich in Geschichten. Sie achtet nicht besonders auf ihren Kleidungsstil oder verbringt gefühlt 2 Stunden im Bad, um sich zu schminken. Dazu kommt, dass sie keine Freunde hat und eine absolute Streberin ist. Als sie sich dazu entschließt in der Uni-Mensa Essen zu gehen, sieht sie das erste Mal Kadarin. Sie ist ihm schon von der ersten Sekunde verfallen, auch wenn sie es sich anfangs ausredet.

Kadarin, der Bad Boy schlecht hin. Er hat pechschwarze Haare, die ihm ständig ins Gesicht fallen und seine tiefschwarzen Augen verdecken. Sein Reichtum ist unermesslich und alle wollen seine Gunst erlangen. Sein Benehmen gleicht einem Arsch, wie er im Buche steht. Die Frauen himmeln ihn an und wenn ihm danach ist, vernascht er sie ohne auf die Gefühle derer zu achten.

Seelenspiegelgewölbe hat mich positiv überrascht. Ich habe mir das Buch bereits 2016 gekauft und es nie richtig geschafft zu lesen. Ich bin schonmal begeistert, dass es in Deutschland spielt und es einmal nicht mit Werwölfen oder Vampiren zu tun hat. Es lässt sich sehr flüssig lesen, manche Situationen könnten noch detaillierter ausgeschmückt werden, aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau. 
Die Hauptprotagonisten sind gut beschrieben, ihr Verhalten zueinander hat mich oft schmunzeln lassen. Sie gibt ihm gerne Kontra und versucht eigentlich, nicht das zu tun, was er möchte. Zwischenzeitlich ist Angelica etwas anstrengend und nach der Hälfte gibt es einen, nenne wir es "Situationswechsel". Ich war anfangs irritiert, habe mich aber schnell gefangen. Kadarins wahres Ich wird offenbart und was danach kommt ist eher brutal und skuril. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet.

Mein Fazit ist, dass das Buch eine schöne Lektüre für zwischendurch ist. Das Ende kommt ziemlich abrupt und die Autorin erklärt sich danach auch. Ich konnte gut verstehen warum Angelica auf Kadarin so abfährt. Die Nebencharaktere hätten besser ausgeschmückt werden können und dennoch ist einer davon mein persönlicher Liebling geworden. Ich habe mir den zweiten Teil bestellt, welcher allerdings nicht daran anknüpft.



Montag, 17. September 2018

Rezension: Katharina V. Haderer - Blue Scales - Die Drachen von Talanis

Titel: Blue Scales 
            - Die Drachen von Talanis
Autor: Katharina V. Haderer
Verlag: Drachenmond Verlag
Erschienen am: 20.10.2016
Preis: 14,90€
Seiten: 280 Seiten



Klappentext:
"Ich träume von Wölfen. Mit hechelnder Zungen graben sie die Nasen in der Erde und suchen den Boden nach mir ab. Schwarze Schatten gleiten durch die Nacht, gelbe Augen leuchten wie die Verdoppelung des Himmelsgestirns auf. Egal wohin ich gehe - Augen. Sie schließen sich, ich stehe in der Finsternis."

Ein Rudel wölfischer Gestaltwandler ist in die Stadt gekommen, um eine alte Rechnung zu begleichen: Der Alpha-Wolf will der Familie Song ihren Platz in der Hexade streitig machen - dem Rat aus sechs Familien, die die moderne Stadt Poschovar unter sich aufgeteilt haben.
Nie hätte die 18-jährige Christine "Christie Song" gedacht, dass sie einer Tages in die Belange der Familie hineingezogen werden würde. Doch die Wölfe richten ihre Aufmerksamkeit auf das vermeintlich schwächste Familienmitglied, das - als außereheliches Kind - wohl kaum deren mächtige Fähigkeiten geerbt haben kann. Unversehens findet sich die junge Frau in einem gewaltsamen Konflikt wieder, mit dem sie nichts verbindet als ihre Familienname. Ihre einzigen Waffen gegen den Feind: Ihre Sturheit, ein Polo-Schläger und die seltsamen, blauen Schuppen an ihren Schultern, die einen Hinweis auf ihren leiblichen Vater geben...

Cover:
Farbenfroh, mysteriös und asiatisch anmutend. So passt das Cover perfekt zum Buch. Die zu sehende Frau entspricht zwar eher der Beschreibung von Christies Schwester, aber ich denke, sie gibt das Ambiente des Buches gut wieder.

Erster Satz:
"Hinter mir ertönt ein Rumpeln."

Meine Meinung:
Eine spannungsvolle Geschichte, mit einer herrlich realistischen Protagonistin.

Christie  lebt mit ihrer großen Schwester Lin und ihrer Mutter in einer Wohnung, die eigentlich schon für sie drei zu klein ist. Nicht mehr lange und bald sind sie wieder zu viert, denn Christies Vater hat seine Gefängnisstrafe so gut wie abgesessen. Die Familie Song, Hervorbringer von Drachen und Nekromanten, gehört zu den angesehensten Häusern in Poschovar, denn sie haben einen Sitz in der regierenden Hexade inne. Nur gehört Christie offiziell nicht zur Familie, da sie nicht die leibliche Tochter ihres Vaters ist. Auch wenn dieser seiner Frau keine Vorwürfe macht, sieht das Großmutter Pheng ganz anders. Sie kann Christie, als Zeichen der Untreue ihrer Schwiegertochter, nicht in die ehrwürdige Familie aufnehmen. Als ein alter Feind der Familie in Poschovar auftaucht und einen Platz in der Hexade erringen will, scheint ihm die ausgegrenzte Christie das leichteste Opfer zu sein. Zu spät erfährt der Wandler Geralt, dass der Sieg über sie, ihn nicht an sein erwünschtes Ziel führen kann. Trotzdem gibt er den Kampf um einen Platz in der Hexade nicht auf. Damit bringt er nicht nur Christies Familie in Gefahr. Nur sie scheint die Pläne des Wolfrudels aufhalten zu können, aber was soll ein einfaches Mädchen, dass nicht mehr von ihrem mächtigen Erbe hat, als ein paar blaue Schuppen, schon gegen eine so gewaltbereite Meute ausrichten?

"Blue Scales" hat mich mit einer nicht absehbaren Handlung, Tiefgründigkeit und Spannung überrascht. Ich fand es herrlich, zur Abwechslung mal eine Protagonistin zu haben, die eben wirklich schwach ist und auch nicht spontan zur Heldin mutiert. Oft genug macht Christie Fehler, die sie unglaublich menschlich und somit real erscheinen lassen. Mich beeindruckt der familiäre Zusammenhalt, der zwischen ihr, ihrer Schwester und ihren Eltern herrscht. Gleichzeitig haben auch sie Probleme, wenn diese auch etwas extremer als die von uns Normalsterblichen anmuten. Ich stelle es mir unheimlich schwierig vor, auf doch vergleichsweise so weniger Seiten eine Welt und Gesellschaft zu erschaffen, die zwar einige Parallelen zu unserem Universum hat, aber doch so ganz anders ist.
Außerdem kann ich euch versprechen, dass es zur Abwechslung mal nicht romantisch oder gar schnulzig zugeht. Stattdessen wartet die Autorin lieber mit ausgedehnten Kampfszenen auf.
Viele Geheimnisse bleiben zum Ende des Buches offen und so verabschiedet uns Katharina V. Haderer mit einem gemeinem Cliffhanger. 
Ein wirklich gutes Buch, gemacht für all die Fans vom Genre Fantasy.