Donnerstag, 9. Mai 2019

Rezension: Don Ramirez - Abenteuer Verführung - Zwischen Liebe und Lust

Titel: Abenteuer Verführung
      - Zwischen Liebe und Lust
Autor: Don Ramirez
Verlag: BoD
Erschienen am: 26.10.2018
Seiten: 261 Seiten
                                                      Preis: Rezensionsexemplar
                                                                  (11,90€)

Klappentext:
Abenteuerlust ist die Gier nach neuen Erfahrungen

Amilie ist eine außergewöhnliche Frau, die sich für ein Wochenende in Don's neuem Haus bewirbt. Ihre freche und verführerische Art lässt Don erweichen. Seine lustvollen Dates, die sich vorher beim ihm online bewerben müssen, trifft Don eigentlich nur einmal. Amilie schafft es auf jedoch drei Dates, bis herauskommt, was sie wirklich im Schilde führt ...

Cover:
Schon das Cover spricht von Erotik. Damit spiegelt es den Hauptteil des Buchinhaltes wider.

Erster Satz:
"Auf dieses Treffen habe ich mich schon lange gefreut."

Meine Meinung:
Eine Aneinanderreihung von erotischen Intermezzos. Erotik pur, aber ohne viel Hintergrund.

Don Ramirez berichtet in diesem Band zum vierten Mal von seinen amourösen Erlebnissen. Um Nachschub muss sich der Geschäftsmann und Blogger dabei nicht sorgen, denn auf seiner Seite finden sich zahlreiche Bewerberinnen. Daniela, Laura, Katja, Amilie, Michelle und Mia (um nur ein paar der zahlreich auftretenden Damen zu nennen) bereichern Dons Leben auf ihre jeweils ganz eigene Weise. 

Vielleicht liegt es daran, dass ich die ersten drei Bände nicht gelesen habe, aber mich hat das Buch enttäuscht. Zwar hält es seine Versprechung von Erotik, doch tut es das auf eine sehr plumpe Weise.  
Mehr oder weniger handelt es sich hier um eine Aufzählung von erotischen Stelldicheins, die detailreich ausgeschmückt sind. 
Der Schreibstil ist dabei leider sehr gewöhnlich und plump, oft wiederholen sich Dons Handlung.
Mich hat es erstaunt, wie dieser Mann einerseits nonchalant von einer Frau zur anderen wechselt, sich aber andererseits ebenso schnell und häufig zu verlieben scheint. Natürlich nur in die Frauen, die er partout nicht haben kann. 

Dieses Buch ist also äußerst geeignet für ein paar prickelnde Stunden, kann einem aber nicht viel mehr bieten. Für meinen Geschmack fehlt es dem Buch an Story und einem ausgewogenen Schreibstil.  



Samstag, 4. Mai 2019

Rezension: Laura Labas - Der verwunschene Gott

Quelle
Titel: Der verwunschene Gott - Von Göttern und Hexen
Autor: Laura Labas
Verlag: Drachenmond Verlag
Erscheinungsdatum: 05.10.2017
Seiten: 400 Seiten
Preis: Rezensionsexemplar (14,90€)


Klappentext:
Morgan Vespian verdient sich ihren Unterhalt als Schmugglerin. Seit sie vom Alphawolf der Schmuggler entführt wurde, ist sie dazu verdammt, ihre Lebensschuld abzuarbeiten. Während eines Auftrags wird sie verraten und gerät zwischen die Fronten eines vergessenen Prinzen und eines verfluchten Gottes, die auf der Suche nach einem verwunschenen Schloss sind. Morgan muss sich schon bald für eine Seite entscheiden und bestimmt mit ihrer Wahl das Schicksal des gesamten Königreiches.

Cover:
Düster und kalt wirkt das Cover nicht gerade einladend, indem es uns einen Einblick in den verwunschenen Wald von Laura Labas Welt entführt.

Erster Satz:
"Morgan rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her, während ihre Mutter den Korb packte, den sie Großmama bringen sollte."

Meine Meinung:
Ein gekonnter High-Fantasy-Mix aus griechischer Mythologie und märchenhaften Episoden.

Ich durfte im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks bereits ausführlich meine Gedanken zu diesem Buch äußern. Deshalb hier nur noch mal in Kürze:
Ich fand die Story spannend geschrieben, auch wenn ich zu Beginn echte Orientierungsprobleme hatte. Die zahlreichen Handlungsstränge haben mir häufig Tempo beim Lesen rausgenommen. Dass es im E-Format keine Karte der Welt gab, hat es nicht besser gemacht. Irgendwann treffen sich aber einige der Protagonisten, was es übersichtlicher gestaltet. 
Morgan ist dafür, dass sie in einer Schmugglerbande großgeworden ist, ziemlich naiv und denkt nicht gerade weit. 
Zwar hat sie sich selber vorgenommen, keine zu tiefen Gefühle anderen gegenüber zu entwickeln, aber trotzdem fasst sie ziemlich schnell Vertrauen zu anderen.
Jetzt muss ich aufpassen, nicht zu viel vorweg zu nehmen, der Klappentext ist schließlich wirklich ziemlich kryptisch gehalten. 
In der Geschichte findet man zwei verschiedene Arten von Liebesbeziehung. Die eine beidseitig aufopferungsvoll, die andere verbindet zwei Menschen, die alles nehmen wollen, was der andere zu geben bereit ist, bis hin zu den Punkt, dass der andere nichts mehr zu geben hat. 

Alles in Allem hat Laura eine Geschichte erschaffen, die durch ihre Rätsel und Wendungen beständige Spannung garantiert und herrlich unperfekte Protagonisten bietet. Und zum Ende sind noch lange nicht alle Probleme behoben und Geheimnisse entschlüsselt. Eine Lösung ist noch nicht einmal absehbar. Wie das Ende schlussendlich aussehen wird, ist noch nicht voraus zu sehen. Also ein Grund mehr den nächsten Band zu lesen ;)


Donnerstag, 25. April 2019

Rezension: Julianna Grohe - Die vierte Braut

Titel: Die vierte Braut
Autor: Julianna Grohe
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 14,90€
Erschienen am: 18.12.2015
Seiten: 343 Seiten




Klappentext:
In Wahrheit war die Sache mit Cinderella ganz anders ...

Auf Wondringham Castle findet eine riesige Brautschau mit vielen Prüfungen statt. Unzählige junge Damen aus allen Teilen des Landes kommen zum Schloss, um die Gunst eines der vier Prinzen zu erlangen. Aber die junge Gouvernante Mayrin Barnaby, die durch unglückliche Umstände ebenfalls dorthin gerät, will gar keinen Königssohn heiraten, sondern nur schnellstmöglich zurück nach Hause. Dort warten ihre beiden jüngeren Geschwister auf sie, für die sie verantwortlich ist. Als jedoch der charismatische Hauptmann dafür sorgt, dass Mayrin bleiben kann, beginnt ein aufregendes Abenteuer voller Leidenschaft und Intrigen.

Covergestaltung:
Das in kühlen Farben gehaltene Bild knüpft an das Cinderella-Motto an. Das Cover gefällt mir gut, denn die scheinbar fliehende Frau könnte durchaus Mayrin sein und ihr Blick über die Schulter, drückt gleichzeitig ihren Wunsch zu bleiben aus.

Erster Satz:
Schwungvoll setzte ich meine Unterschrift auf das Blatt.

Meine Meinung:
Cinderella? Wohl eher eine Sonderausgabe von Der Bachelor...

Mayrin ist seit dem Tod ihrer Eltern und ihres älteren Bruders für ihre beiden Geschwister Neela und Leo verantwortlich. Zwar stammen sie aus einem guten Haus, doch um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, arbeitet die 19-jährige als Gouvernante. Als Dienstbotin steht es ihr nicht zu, an der Brautschau der vier Prinzen Alexander, Byron, Caiden und Darion teilzunehmen. Als gute Freundin begleitet sie aber die adlige Tionne zur Einschreibung. Prompt wird sie, trotz vehementer Proteste ihrerseits, als Kandidatin herangezogen. Die vielen Prüfungen und Unterrichtsstunden absolviert sie eher schlecht als recht und doch kommt sie immer weiter. Nicht, dass sie viel Wert darauf legen würde, schließlich möchte sie eigentlich nur so schnell wie möglich zurück zu ihren Geschwistern. Blöd nur, dass das niemanden zu interessieren scheint. Nur einer schenkt ihr schließlich endlich Gehör.

Hauptmann Kane sorgt dafür, dass Mayrins Geschwister zum königlichen Hof gebracht werden, sodass sich diese nicht mehr all zu viele Sorgen machen muss. Dann ist er auch noch unverschämt attraktiv. Und an der liebevoll amüsanten Mayrin interessiert. Leider sind sämtliche Tändeleien zwischen den beiden strengstens untersagt. 

Schon im Klappentext verweist Julianna Grohe auf die Parallelen zwischen ihrer Geschichte und der von Cinderella. Klar, wir haben einen Prinzen (sogar vier) und eine Frau aus bürgerlichen Verhältnissen, die ihm den Kopf verdreht, ohne es zu wollen. Wären da nicht die ganzen anderen Kandidatinnen, würde ich mit dem Vergleich also absolut einverstanden sein. Aber sie sind nun mal dabei. Damit haben wir einen riesigen Haufen möchtegern-königlicher Schönheiten, die sich gar nicht damenhaft benehmen, um schließlich von einem reichen Prinzen ausgewählt zu werden. Kommt euch das nicht bekannt vor? Bei dem ganzen Gezicke, Drama und oberflächlichen Geturtel, konnte ich einfach nicht anders, als an eine wohl allbekannte RTL-Sendung zu denken. Dass die Prinzen ihren Auserwählten nach jeder bestandenen Entscheidung symbolisch ein Schmuckstück überreichen und die Verlierer mit einem Sack voll Geld nach Hause gehen, hatte schon etwas von Satyre. Sollte sie beabsichtigt gewesen sein, liebe ich die Autorin dafür! Das hat mein Lesevergnügen ungemein gesteigert. 

Alles in allem handelt es sich um eine lockere Geschichte für zwischendurch, die man dank des flüssigen Schreibstils auch relativ schnell durchliest. Für mich war die Geschichte aber etwas zu voraussehbar, deshalb gab es einen kleinen Minuspunkt. 



Rezension: Hope Konstant - Sieht so für dich Liebe aus?

Titel: Sieht so für dich 
           Liebe aus?
Autor: Hope Konstant
Verlag: Novum Pro
Erschienen am: 29.05.18
Preis: Rezensionsexemplar
                                                                                Seiten: 453 Seiten
Klappentext:
Es ist gar nicht so einfach mit der Liebe:
Oft hat man das Gefühl, dass man weder ohne noch mit so richtig kann. Dabei braucht es für ein waschechtes Liebeskuddelmuddel gar nicht so viele Zutaten. Man nehme vier Männer, die sich kaum in ein komplizierteres Beziehungsgeflecht hätten verstricken können, und würze noch mit einigen Missverständnissen und Hormonen nach: Marko lebt seit vielen Jahren mit seinem Partner Andrew in einer offenen Beziehung, doch dann verliebt er sich neu in David und die beiden beginnen ein Verhältnis. Davon ist Davids bester Freund Chris überhaupt nicht begeistert: Der heterosexuelle Mann ist überzeugt, dass Marko David nur ausnutzt. Und schließlich blickt er Marko zum ersten Mal selbst in die Augen...
Das Gefühlschaos ist angerichtet.

Cover:
Die einzelne Rose spricht von tiefen Gefühlen und Romantik. Mich spricht es sehr an und inspirierte mich zu mehrer Book-Pictures.

Erster Satz:
"David und ich waren etwas länger als zwei Monate ein Paar und ich vergötterte diesen Jungen."

Meine Meinung:
Eine Geschichte über die verschiedensten Arten der Beziehung, die einen zum Nachdenken anregt.

Marko hat ein besonderes Talent: Er bekommt immer das, was er will. Dabei gibt er auf die Meinung und Gegenwehr anderer reichlich wenig. Wirklich wichtig scheint ihm nur seine Zufriedenheit zu sein.
David ist aufgeweckt, stets um das Wohl anderer besorgt und vor allem friedliebend. Darum macht es ihm auch so zu schaffen, dass sein Partner Marko und sein bester Freund Chris so gar nicht miteinander auszukommen scheinen. 
Chris kann einfach nicht verstehen, was David in dem arroganten Marko findet, sieht sich aber gezwungen zumindest zu versuchen diesem Mistkerl zu tolerieren. Ohne zu ahnen, was dadurch auf ihn zukommt.
Andrew hat irgendwann genug von seiner Rolle als Zuschauer.

Diese vier Kerle haben mir das Leben wirklich schwer gemacht. Zum einen ist es eine spannende Geschichte mit  Höhen und Tiefen, aber zum anderen ist es ein einziges Negativbeispiel dafür, wie Beziehungen gestrickt sein können. Marko und Andrew haben sich ja vielleicht auf eine auf sie angepasste Beziehung geeinigt, aber in meinen Augen wissen David und Chris nicht, worauf sie sich eingelassen haben. Besonders Chris kann ich nicht verstehen. Er misstraut Marko von Anfang an, lässt sich von ihm dann aber um den kleinen Finger wickeln und lässt sich wirklich alles von ihm gefallen. Genau deshalb war ich sehr froh, dass Hope Konstant mir die Möglichkeit gegeben hat, ihr ein paar Fragen zu stellen:


Hi Hope! Deine Story ist ja nun nicht unbedingt gewöhnlich. Wie bist du darauf gekommen und was hat dich dazu bewegt sie auf Papier zu bringen?
Also, ich kann dir gar nicht so genau sagen, wie ich auf diese Geschichte gekommen bin. Das Schreiben an sich hat dadurch angefangen, dass ich mi dem Verlauf und Ende eines anderen Buches, das ich zu der Zeit gelesen hatte, nicht zufrieden war. Dadurch habe ich es dann mal auf den Versuch ankommen lassen, selbst etwas zu schreiben, bei dem ich mir aussuchen kann, was wann und wem passiert.

Was war deine größte Inspiration?
Inspiration fand ich durch den Alltag, durch Freunde und Arbeitskollegen, die in den verschiedensten Beziehungsmodellen und auch in den verschiedensten Stadien einer Beziehung stecken. Die Themen Liebe und Beziehungen sin mein absoluter Lieblingsgesprächsstoff, weshalb es für mich auch von Anfang an klar war, dass sich mein Buch genau darum drehen würde.

Welcher Charakter ist dein persönlicher Favorit?
Ich denke, dass meine Lieblingsfigur in der Geschichte David ist, weil er so ausgeglichen und harmoniebedürftig ist.

Denkst du, die von dir beschriebenen Beziehungen sind gesund?
Ich bezweifle stark, dass auch nur eine einzige der beschriebenen Beziehungen wirklich gesund ist, und dabei ist es egal, ob die Beziehungen homo- oder heterosexuell geführt werden. In den seltensten Fällen kann man sich aussuchen, in wen man sich verliebt und ich fand es beim Schreiben sehr spannend, mehrere Möglichkeiten der Enttäuschung und auch des Sich-Verliebens unterzubringen, weil das ganze Thema so komplex und vielschichtig ist.

Ist der Folgeband schon fertig und steckt in den Startlöchern?
Eine Fortsetzung ist schon ziemlich weit auf meinem PC fertig, aber derzeit fehlt so ziemlich die Zeit, um mich intensiv damit zu beschäftigen, da ich einen 7 Monate alten Sohn habe, der meine gesamte Aufmerksamkeit fesselt :)


Ich werde dem nächsten Band entgegen fiebern, auch wenn ich hoffe, dass David und Chris endlich eine friedlichere Beziehung finden, weit weg von Andrew oder Marko. Die beiden sind mir irgendwie unheimlich...






Samstag, 20. April 2019

Rezension: Sigurd von Rabenstein - Die dunkle Maja

Titel: Die Dunkle Maja
Autor: Sigurd von Rabenstein
Erschienen am: 22.09.2018
Preis: Rezensionsexemplar
Seiten: 354 Seiten

Klappentext:
Nach ihrer Flucht aus einem magischen Orden versucht die junge Magierin Maja, in den Alltag zurückzufinden. Aber der Arm des Ordens reicht weit. Der Seelenwanderer Delang verbündet sich mit ihr und hilft bei ihrem täglichen Kampf. Doch er wird vom Racheengel Nathaniel gejagt. Es kommt zu einem Krieg, bei dem Feinde zu Freunden und die Mächte des Guten zu einem Albtraum werden. Dabei wird Maja mit drei scheinbar unlösbaren Aufgaben konfrontiert: Überleben, Freiheit bewahren und erwachsen werden.

Cover:
Mystisch und düster kündet das Cover vom Start in eine Geschichte voller Gefahren. Wirklich gelungen finde ich die Grenze, die Maja zwischen der düsteren und helleren Seite bildet.

Erster Satz:
"Maja zog eine Zigarette aus der fast leeren Packung und versuchte, sie mit zitternden Händen anzuzünden."

Meine Meinung:
So ungern ich es sage: Es war einfach nur unglaublich anstrengend.

Maja macht wie so viele Teenager eine schwere Zeit durch. Nur nehmen ihre Probleme katastrophale Ausmaße an. Ihre Mutter und ihre beste Freundin sind froh, als sie sich von der magischen Sekte lossagen will, unter deren Fittichen sie sich von allen Angehörigen isoliert hatte. In Majas Augen hat der Orden sie aber auf dem Weg des Gehörnten unterstützt und ihr viel beigebracht. Daher kann sie die Zeit dort nicht völlig hinter sich lassen. Da eine Rückkehr zu den abstoßenden Ritualen aber nicht zu Debatte steht, gründet sie mit einigen Mitschülern einfach ihren eigenen Orden. Der prompt in einen Kampf mit einem Engel gezogen wird. Dabei ist dessen Ziel jemand ganz anderes.

Delang ist ein Wanderer. Damit existiert er außerhalb der Ordnung von Gut und Böse, Himmel und Hölle und passt somit ganz und gar nicht ins göttliche System. So kommt es, dass ein übermächtiger Engel anfängt Jagd auf Delang zu machen. Die einzige Person, die zu ihm hält scheint Maja zu sein, die auf ihn eine eigenartige Anziehung ausübt. Werden sie gemeinsam einen Weg finden Delang vor seiner Auslöschung zu bewahren? 

Die Geschichte um Maja hat mich als Leser in den Wahnsinn getrieben. Schon lange hatte ich nicht mehr ein so starkes Bedürfnis danach, ein Buch endlich beendet zu haben. Leider nicht, weil es mich vor Spannung fast zerrissen hat, sondern weil mich Maja unglaublich nervte. Ihre Einstellung zum Leben  und zu ihren Mitmenschen machte mich einfach nur unfassbar wütend. In meinen Augen ist sie eine undankbare, egoistische und naive Göre. Mit einer unliebsamen Protagonistin hätte ich ja vielleicht noch umgehen können, wenn sie die Hauptrolle in einer spannenden, tiefgründigen und bewegenden Story gespielt hätte. Leider hat mich Majas Geschichte überhaupt nicht abgehoben. Einen Stern bekommt dieses Buch nur dank einem Charakter, dessen Handlungen ich zumindest noch einigermaßen nachvollziehbar fand: Delang. Der Wanderer ist meiner Meinung nach der Einzige in dieser Story, dessen Verstand nicht durch einen seltsamen Wahn zerfressen zu sein scheint. 

Mecker-Rezensionen tun mir immer in der Seele weh, weil ich weiß, dass in jedem Buch das Herzblut des Autors steckt. Daher möchte ich noch einmal betonen:
Dies ist meine persönliche Meinung. Gott sei Dank, haben wir aber nicht alle den gleichen Geschmack. 




Freitag, 29. März 2019

Fantastic Books - and where to find them


Hallo zusammen!
Ich hatte das letzte Wochenende eine wundervolle Zeit in Leipzig und nun möchte ich euch noch einmal an meinen Erfahrungen teilhaben lassen! 

Am Samstag fand das LovelyBooks-Lesertreffen statt. Unter dem Motto "Fantastic Books - and where to find them" luden uns Marina und Lea zu einer Diskussionsrunde rund um unser liebstes Genre ein. 
Geladen war außerdem eine gemischte Autore-Riege, bestehend aus 
Laura Kneidl,
Liza Grimm,
Lukas Hainer 
und  Kai Meyer.

Doch was ist eigentlich Fantasy? Was macht das Genre, das im letzten Jahrzehnt so einen Hype erfahren hat, aus? Und was bringt uns die Einteilung in Subgenres wie Allage, Highfantasy, Urbanfantasy oder sogar die so abwertend klingende Lowfantasy?

Den Reiz ein Fantasy-Autor zu sein fasst Kai Meyer in meinen Augen wunderbar zusammen:
Er vergleicht das Schreiben mit dem Malen, wobei man beim Schreiben einer Fantasy-Geschichte die volle Palette an Farben, mit all ihren Schattierungen zur Verfügung hat, statt nur mit den Primärfarben oder Schwarz und Weiß zu arbeiten. 

Mit unserer Begeisterung für Fantasy sind wir schon lange nicht mehr allein. Spätestens seit Harry Potter, der uns auf eine Reise durch alle Alters-Subgenres mitgenommen hat, gehört man als Leser von Fantasy nicht mehr zu einer Minderheit. 
Bei LovelyBooks steht bei 44% aller User mindestens ein Fantasy-Buch in der Bibliothek. 
Die meisten Bewertungen haben dabei
"City of Ashes",
"Die Herren von Winterfell"
und "Der Herr der Ringe".

Vielleicht fällt euch auf, dass all diese Titel bereits eine mediale Adaptation erhalten haben.
Ist die Umsetzung eines Werkes als Film oder Serie deshalb automatisch der Traum eines jeden Autoren?
Liza Grimm wäre davon begeistert, denn sie verrät uns, dass sie über keinerlei Vorstellungsvermögen verfügt. So seltsam das aus dem Mund einer Fantasy-Autorin vielleicht klingt, aber genau deshalb hofft sie auf eine Adaptation um endlich zu erfahren, wie ihre geschaffene Welt eigentlich aussehen würde. 
Lukas Hainer hingegen schwankt in seiner Meinung noch zwischen Begeisterung und der Angst vor Enttäuschung. Und Kai Meyer scheint der ganze Trubel um Adaptationen schon nicht mehr abzuheben.

Generell scheint Kai Meyer dem gesamten Drumherum skeptisch gegenüberzustehen. Seien es nun Serien, Filme oder Merchandise. Alles was ein Buch früher noch besonders gemacht hat, wie Weltkarten oder andere Illustrationen, gehören heute schon fast zum guten Ton. Sind sie trotzdem wichtig, oder erleiden sie einen Wertverlust durch Überangebot?

Ich für meinen Teil bin ja der Meinung, man kann nie genug Book-Merch haben, aber das ist ja das schöne an einer Diskussion: 
Wir müssen nicht alle der gleichen Meinung sein.


Samstag, 23. März 2019

Rezension: C. S. Pacat: Der verschollene Prinz

Titel: Der verschollene Prinz
Autor: C.S. Pacat
Verlag: HEYNE
Erschienen am: 15.06.2015
Preis: 12,99€
Seiten: 317 Seiten



Klappentext:
Der Beginn einer magischen Liebe.

Damen, der Kronprinz von Akielos, verliert durch ein Komplott seines Halbbruders den Thron und wird in die Sklaverei verkauft - ausgerechnet an Laurent, den Prinzen des verfeindeten Königreiches Vere. Laurent - eitel, arrogant und grausam - steht für alles, was Damen hasst. Doch noch während er Fluchtpläne schmiedet, entdeckt Damen eine andere Seite von Laurent, und schon bald weiß er nicht mehr, was wichtiger für ihn ist: seine Freiheit oder Laurent...

Cover:
Symbolisch ist hier wohl die Zusammenarbeit von Damen und Laurent wiedergegeben. Auch wenn Laurent sich weigern würde, dem Barbaren aus Akielos eine solch freundschaftliche Geste entgegenzubringen...

Erster Satz:
"»Es heißt, Euer Prinz habe einen eigenen Harem«, sagte Lady Jokaste." 

Meine Meinung:
Eine unerfüllte Versprechung, aber trotzdem ein wirklich gutes Buch.

Damen ist ein Krieger durch und durch, der Stolz seines ganzen Landes. Bis er von seinem Bastard-Bruder Kastor nach dem Tod ihres Vaters verleumdet wird und sich fortan in Ketten wiederfindet. Sklaverei ist für ihn nichts neues, doch am anderen Ende der Hierarchie zu enden und dazu noch im Feindesland, hatte er nie auch nur befürchtet. Nun besteht seine größte Angst darin, dass jemand seine wahre Identität aufdecken könnte, denn niemand ist bei dem Kronprinzen von Vere mehr verhasst, als der Held von Akielos, der seinen älteren Bruder in einer Schlacht vor sechs Jahren besiegt und getötet hat. Die Offenbarung seiner Herkunft würde also einem Todesurteil gleich kommen. Nicht, dass sein Aufenthalt in Vere leicht wäre, Demütigung und Gewalt scheinen die Grundpfeiler dieses Landes zu sein. Und am meisten sind sie gegen die Sklaven gerichtet, vor allem, wenn sie so widerspenstig wie Damen sind. Flucht hat deshalb oberste Priorität für Damen, bis er erfährt, dass es anderen Sklaven aus Akielos noch weit schlechter geht, als ihm. Um seine Landesgenossen zu schützen, geht er einen Handel mit seinem grausamen Meister ein. Im Austausch gegen die Rettung der anderen Sklaven aus den furchtbaren Verhältnissen, schwört Damen dem kalten, aber wunderschönen Laurent seinen Gehorsam.

Das gesamte Buch ist aus Damens Sichtweise verfasst und lässt sich wirklich sehr gut lesen. Leider habe ich mich vom Klappentext etwas getäuscht gefühlt.Es ist voller Intrigen und Spannung, aber leider hat mir die versprochene Romanze gefehlt. Zum Ende des Bandes schaffen es die beiden starrköpfigen Männer es gerade mal, sich zu akzeptieren und sich nicht mehr ständig den Tod des anderen auszumalen. Den Bewertungs- Abzug gab es nur, weil das Buch nicht hält, was es verspricht.



Samstag, 26. Januar 2019

Rezension: Laura Labas - Ein Käfig aus Rache und Blut

Titel: Ein Käfig aus 
            Rache und Blut
Autor: Laura Labas
Verlag: Drachenmond
Erschienen am: 30.07.2016
Preis: 12,90€
Seiten: 327 Seiten


Klappentext:
Mein Körper sehnte sich nach Tod und Verwüstung. Ich ließ ihn gewähren.

Nach dem grausamen Mord an ihrer Familie wird Alison Talbot von ihrer Tante zur Jägerin ausgebildet. Von nun an streift sie durch die Rayons und tötet Dämonen, die die Erde erobert und zerstört haben. Allein der Wunsch nach Vergeltung treibt sie an. Eines nachts wird sie von Dämonen entführt und zu Dorian Ascia gebracht, König einer der 21 Dämonenstädte, der ihr ein einzigartiges Training anbietet. Obwohl Alison ihm misstraut, nimmt sie das Angebot an. Fortan wird sie von dem Dämon Gareth trainiert, der sie nicht nur in den Wahnsinn treibt, sondern sie auch an ihrem Weltbild zweifeln lässt. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto schwerer fällt es ihr, sich zwischen Rache und längst verloren geglaubten Gefühlen zu entscheiden.

Cover:
Alison auf einem ihrer Streifzüge.... Jeder Dämon mit ausreichend Verstand sollte bei diesem Anblick die Flucht ergreifen.

Erster Satz:
"Ich wusste, dass ich zu spät kommen würde, sogar schon, als ich es noch hätte verhindern können."

Meine Meinung:
Anders als erwartet und doch Neugier erweckend.

Alison Talbot hat niemanden mehr, um den sie sich wirklich Gedanken machen muss. Deshalb geht sie in ihrem Job als Dämonenjägerin auch immer aufs Ganze, schließlich hat sie nur ihr Leben zu verlieren. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie in erhebliche Schwierigkeiten gerät. Aber warum löschen diese Dämonen nicht einfach ihr Lebenslicht aus, statt sie als Gefangene zu verschleppen. Ziemlich schnell bringt Dämonenkönig Dorian jedoch Licht ins Dunkel und stellt sie in seine Dienste. Dabei vertraut er ihr aber kaum, weshalb ihr der Dämon Gareth als Trainer nun wie ein Schatten folgt. Sie ist nicht unbedingt angetan von dem groben, kühlen, überheblichen Dämon und doch schafft er es, dass sie ihre Vorurteile gegenüber den Eindringlingen in der menschlichen Welt überdenken muss. Sind am Ende doch nicht alle Dämonen abgrundtief schlecht?

Das Buch ist wahrlich nur der Anfang einer Geschichte, denn das Ende scheint noch weit entfernt. Ich bin auf die Fortsetzung wirklich gespannt. Ich shippe Alison und Gareth sehr, auch wenn es auch hier ein weiter Weg zu einer innigen Beziehung zu sein scheint. Gareth ist mir von Seite zu Seite mehr ans Herz gewachsen und sympathischer geworden, trotz seiner kühlen Art. Diese Geschichte ist für jeden etwas, der gute Fantasy, mit einem Hauch von Romantik, aber ohne Kitsch zu schätzen weiß. Außerdem kommen Fans von knallharten Frauen bei dem ein oder anderen Lacher auf ihre Kosten.

Sonntag, 6. Januar 2019

Rezension: Jasmin Arensmeier - Alles rund ums Bullet-Journal

Heute möchte ich euch an einem weiteren Hobby von mir teilhaben lassen, dem Bullet Journaling.
Letztes Jahr habe ich meinen eigenen Kalender mit dieser Methode gestaltet und habe für dieses Jahr die folgenden Rezensionsexemplare erhalten. 

Anfangen möchte ich gerne mit "Gestalte dein Journal mit der Bullet -Methode" von Jasmin Arensmeier. 
Ein Buch voller Inspirationen für dein eigenes 
Bullet-Journal.

Jasmin Arensmeier beginnt mit einer Einführung in die Welt des Journalings. Dabei geht sie sowohl auf die Bedeutung der Wegbegleiter, als auch auf notwendige Werkzeuge und die verschiedenen Stilrichtungen ein. 
Ich habe dabei erfahren, das ich selber eine Vertreterin des Kreativ-Journalings bin ;)
Anschließend geht die Autorin auf mögliche Inhalte eines Journals ein und betont dabei immer wieder, dass es ganz individuell gestaltet werden kann und soll. Das finde ich auch extrem wichtig. 
Trotzdem kann es nicht schaden, sich überall inspirieren zu lassen. Auch aus diesem Buch habe ich mir wieder viel abgeguckt. 
Für Einsteiger hat Jasmin Arensmeier ganz besondere Tipps zum Finden der eigenen Handschrift, zum Ausbessern von Fehlern und für ein paar DiY-Projekte, wie einen Stiftehalter. 

Mir hat das Buch einige neue Anreize für meine künftigen Journals gegeben. Deshalb und wegen der liebevollen und anschaulichen Gestaltung:



Ihr seit begeistert von der Idee und Gestaltung, zweifelt aber an eurer eigenen Kreativität? Oder aber ihr habt, wie ich dieses Jahr, nicht die Zeit ein Journal aufwendig zum Bullet-Planer umzugestalten?
Auch dafür hat Jasmin Arensmeier eine Lösung:
"Mein Bullet-Planer - für Ideen, Ziele und Träume".
Dieses Schmuckstück wird mich durch das Jahr 2019
begleiten.
 
Darin sind viele Ideen aus "Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode" bereits umgesetzt. Neben dem Kalender, mit genug Platz für Tracker, Notizen und anderem, bietet es auch kreative Seiten zum Sparen, Zielsetzen und zum Überblick-Behalten. 
Die Gestaltung ist wirklich schön, farbenfroh aber nicht zu überladen. 
Ich finde es außerdem äußerst praktisch, dass die Jahresübersicht und der Kalender so gestaltet sind, dass ich jedes Jahr und in jedem beliebigen Monat hätte starten können. So kann man sich wieder sein ganz individuelles Journal erstellen. 
Für jeden, der es noch individueller haben möchte, ist aber auch noch genug Platz zur Umsetzung eigener Ideen. 
Eine, eigentlich nur eine halbe, Katze muss ich abziehen. Aber mehr aus Prinzip, weil wohl nichts an ein komplett selbst gestaltetes Journal heranreicht. 
Man könnte es vielleicht als Selbstkritik dafür bezeichnen, dass ich dieses Jahr kein eigenes kreiere 


Freitag, 21. Dezember 2018

Rezension: Elena Morgan - Das wilde Herz des Meeres

Titel: Das wilde Herz 
              des Meeres
Autor: Elena Morgan
Verlag: Drachenmond
Erschienen am: 01.04.2017
Preis: 14,90€
Seiten: 345 Seiten

Klappentext:
Golf von Mexiko, 1717
William Hunter - Pirat, Frauenverführer und berüchtigter Kapitän der Scowerer - kennt weder Gnade noch Furcht. Ruhelos reist er über die Meere der Welt und macht reiche Beute, bis ihn ein schrecklicher Fluch das Leben kostet. Fortan ruhen Williams Knochen in einer Höhle, dazu verdammt, alle hundert Jahre in einer Vollmondnacht zu neuem Leben zu erwachen. So lange, bis eine Frau sein grausames Herz erweicht und ihn spüren lässt, was wahre Liebe bedeutet.

Fuerteventura, 2017
Hannah flieht nach dem Ende einer desaströsen Beziehung zu ihrer Schwester, um zu vergessen. An der wilden Atlantikküste macht sie einen seltsamen Fund: Uralte Knochen liegen neben Goldmünzen in einer vom Meer umspülten Höhle. Einhundert Jahre sind seit Williams letztem Erwachen vergangen... und die nächste Vollmondnacht steht unmittelbar bevor.

Cover:
Rau und ungeschliffen, so habe ich mir William vorgestellt und das Cover trug den Rest zu meinen Fantasien hinzu.

Erster Satz:
"War er der Richtige?"

Meine Meinung:
Eine romantische Lektüre für zwischendurch mit einem berührenden Ende.

Hannah ist eine selbstbewusste Frau, die sich eigentlich vorgenommen hat, genug von Männern zu haben. Deshalb auch die Flucht nach Fuerteventura. Nie im Leben hätte sie gedacht, dass ein ungehobelter Grobian ihre Meinung dazu ändern könnte. Erst recht nicht, dass es sich dabei um einen dreihundert Jahre alten Toten handelt. Und was genau ist überhaupt mit ihr los? Sie hört seltsame Stimmen und beherrscht scheinbar dunkle Künste. Hier geht eindeutig etwas nicht mit rechten Dingen zu.

William hat genug davon die Welt um sich herum wahrzunehmen, ohne wirklich am Leben zu sein. Ihm graut es davor erneut für nur begrenzte Zeit lebendig zu sein, ohne die Freiheit des Meeres genießen zu können. Das ist die wahre Hölle für den Vollblutpiraten. Es ist etwas daran, wenn die Leute sagen, nichts sei furchtbarer als die Rache einer verschmähten Frau. Es fällt ihm schwer sein Vertrauen in eine Vertreterin des rachtsüchtigen Geschlechts zu legen, doch was bleibt ihm schon anderes übrig. Schließlich hat er sich sein Unglück selber zuzuschreiben.

Mal wieder schafft es eine Protagonistin die Schwächen eines Mannes auszugleichen. Zunächst ist William wirklich alles andere als ein Gentleman. Das kann man ihm aber verzeihen, wenn man bedenkt, in welchem Jahr er geboren wurde. Dass er seine Vorurteile nicht ablegen kann, kann ich ihm schon wesentlich weniger verzeihen. Hannah tut wirklich viel für ihn und lässt sich schließlich sogar darauf ein, ihm dabei zu helfen den Fluch zu brechen, der auf William liegt. Egal welche Konsequenzen das für ihr eigenes Leben hat. 
Die ganze Handlung ist nicht nur ein Kampf gegen eine Hexe, sondern vor allem ein Kampf um Vertrauen.
So manches Opfer stimmte mich sehr traurig und rührte mich zu Tränen. Da kann man eine seichtere Thematik verkraften. 



Donnerstag, 13. Dezember 2018

Rezensionen: Kinderbücher von Audrey Harings

Schon vor einer ganzen Weile habe ich von der Autorin Audrey Harings drei Rezensionsexemplare zugesendet bekommen. 
Zur Abwechslung handelt es sich bei ihren Werken um Bücher für Kinder. 
Da es sich hierbei um eine Seltenheit auf unserem Blog handelt, habe ich ausnahmsweise alle drei Rezensionen zusammengefasst. 
Viel Spaß beim Stöbern!



Die Schlacht der Bücher:
Mitten in Berlin geschehen unheimliche Dinge. In Sandras Buchhandlung verschwinden plötzlich Geschichten aus den Kinderbüchern.
Ob Anna und Jakob etwas damit zu tun haben? Die beiden wurden nämlich ausgerechnet von einem Mathebuch ins "Nichts" gezogen. Dort sollen sie Geschichten erfinden und diese in eine geheime Bibliothek bringen, damit sie für alle Kinder der Welt zugänglich werden. Doch die beiden sind dort im "Nichts" nicht alleine. Sie ahnen nicht, dass sie einen bösen Gegenspieler haben.

Ich habe mir zuerst dieses Buch ausgesucht, da mich der Titel besonders ansprach. 
Es entführt uns in das Nichts, ein Paralleluniversum, in das Anna und Jakob, mittels eines Buches, hineingezogen werden. Dort haben sie die Aufgabe, eine geheime Bibliothek mit Geschichten zu füllen, was auch Auswirkungen auf ihr Universum hat. Doch sie sind nicht allein im Nichts und haben einen Konkurrenten, der der Meinung ist, dass solche fantastischen Kindergeschichten nur Müll seien. Deshalb zerreißt er die Werke der beiden jungen Autoren einfach. Aus den zerstörten Büchern, steigen die erschaffenen Figuren hervor und finden sich bald in einer erbitterten Schlacht gegen die Figuren des Bösewichts wieder. 
Eine schöne Geschichte darüber, dass wir viele Konflikte mit einem Gespräch klären können und nicht gegeneinander kämpfen müssen. 
Es zeigt uns, dass es für jedes Buch einen Platz gibt, weil einfach jeder eine andere Vorliebe hat. Und das ist gut so.
Auch wenn man von Kindern ja viel Fantasie erwarten kann, passen das Ausmaß dessen in diesem Buch, nicht so ganz mit der Story zusammen. Während die Begebenheiten im Nichts durchaus für Kinder im Alter von ca. 9 Jahren geeignet sind, werden im realen Universum Themen angesprochen, die Kinder wohl frühstens mit 13 Jahren verstehen können. Jedes Elternteil sollte sich deshalb zuerst darüber Gedanken machen, ob die Geschichte, für das eigene Kind geeignet ist. 
Ich muss aber noch ein großes Kompliment aussprechen: die Gestaltung des Buches ist wirklich gut gelungen!
Die Schrift ist ausreichend groß, was das Lesen erleichtert, und wird immer wieder von  Illustrationen unterbrochen, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind.




Der Katastrophenvogel
Wie jedes Kind weiß, können alle Vögel fliegen und fressen bevorzugt Würmer. Wirklich alle? Nein - es gibt eine Ausnahme und die hat einen Namen: Knaks. Er kann weder richtig fliegen noch mag er Würmer verspeisen. So stürzt er von einer Katastrophe in die nächste. Ausgerechnet jetzt, da die diesjährigen Formationswettbewerbe anstehen, wird er disqualifiziert. Doch dann findet er eines Tages einen besten Freund, nämlich Gisbert.
Allerdings ist Gisbert ist nicht irgendein Vogel, strenggenommen ist er gar kein Vogel, sondern ein Wurm. Gemeinsam mit Gisbert lernt Knaks neue Dinge kennen und kommt dem Geheimnis auf die Spur, warum er nicht gut fliegen kann. Dahinter verbirgt sich ein böses Komplott, geschmiedet von niemand Geringerem als dem einäugigen Falken Mallas. Sein Plan scheint aufzugehen, die Vögel vertrauen ihm blind und merken nicht, dass er sie in eine Falle lockt.

Meine zweite Wahl entpuppte sich dann als eine deutliche Steigerung. Mit der Geschichte um Knaks und seinem ungewöhnlichen Freund Gisbert, erzählt Audrey Harings eine schöne Geschichte, die mit passenden, detailreichen Illustrationen begleitet wird. 
Der kleine Knaks ist unter den anderen Drosseln als Tollpatsch verschrien. Dass er dazu auch noch nicht anständig fliegen kann, entmutigt den sonst cleveren Kerl. 
Als er aber eine unerwartete Freundschaft mit dem Wurm Gisbert knüpft, entdeckt er die Ursache seiner kläglichen Flugfähigkeiten und schafft es sogar die gesamte Vogelschar vor einem großen Unheil zu bewahren. 
Hier würde ich durchaus sagen, dass das Buch auch schon etwas für jüngere Leser ist. Der einzige dunklere Abschnitt wird harmonisch aufgeklärt und die Dialoge sind einfach und verständlich gehalten. Ich würde dieses Buch auch schon Grundschülern empfehlen, die in der Lage sind, längere Sätze zu erfassen. 
Ältere Kinder könnten schon Themen wie Vegetarismus, Behinderung und Mobbing wiederfinden. Aber wohl für jeden steht die über Grenzen reichende Freundschaft und Loyalität im Vordergrund. 




Das wundersame Fräulein Gelblich
Fantastische und geheime Welten sind Alltag für Greta Gelblich. Um dahin zu gelangen, muss sie einfach nur ihre Kellertür öffnen! Allerdings ist sie dort nicht alleine: mit ihrem fischigen Freund Pupsi lässt sie sich auf ein gefährliches Abenteuer ein, in welchem böse Gegner und Gefahren schon auf die beiden lauern...
Greta muss jedoch nicht nur hier auf der Hut sein. Ausgerechnet sie, als Analphabetin, hat die Stelle an einer Schule bekommen und ihr erster Arbeitstag endet in einer Katastrophe. Ob das gut geht? Kann Pupsi ihr dabei helfen? Und was spielen die Waisen Lena und Lisa für eine Rolle, wenn es für Greta darum geht, zwischen Fantasie und Realität ihren Weg zum Glück zu finden? Eine wundersame und aufregende Geschichte über Toleranz, Freundschaft und Familie.

Vom dritten Buch, war ich wirklich ziemlich irritiert.  
Der Leser wird hier sowohl in das reale, als auch das fantasierte Leben einer Frau Mitte 30 gezogen. In ihren Fantasien verarbeitet Greta sowohl die schönen, als auch die deprimierenden Vorkommnisse ihres Alltages. Gleichzeitig wird von Lena und Lisa erzählt, sowie von Konrad, der auf der Suche nach Greta ist. Ich finde es schwierig für Kinder, so viele Handlungsstränge miteinander zu verbinden. Zwar führen sie letzten Endes wirklich alle zusammen, doch wäre die Geschichte in meinen Augen wesentlich sinniger, wenn man die Fantasiewelt von Greta gänzlich herauslassen würde. Trotz allem könnten Kinder dann etwas darüber Lernen, dass das Äußere nicht alles ist, wie schlimm Mobbing ist und dass eine Familie nicht immer gleich strukturiert sein muss. Die Widerspiegelung von Gretas Erlebnissen in ihrer Fantasie können wohl die meisten Kinder sowieso nicht entschlüsseln. 
Generell ist der Erzählstil sehr widersprüchlich. Zum einen ist er realistisch gehalten, führt die Kinder an Themen wie Adoption, Mobbing und Analphabetismus, andererseits werden die Kinder vom Storch gebracht und Greta hat eine Tür zu einer geheimen Welt im Keller. 
Für mich war "Das wundersame Fräulein Gelblich" das schwächste der drei Bücher.